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3 (1848) [F - H]
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724 Gua jakseife. — Guanin.

Guajakseife (Sapo guajacinus), ein pbarmaceutisches Präparat,wird bereitet durch Eintragen von gepulvertem Guajakharz in erhitzteKalilauge, so lange diese noch etwas davon aufnimmt, Die Lösung wirddurchgeseiht und hei gelinder Wärme zur Pillenconsistenz abgedampft,worauf sie eine dunkelbraune in's Grünliche sich neigende Masse vonscharf alkalischem und kratzendem Geschmack und gnajakähnlichem Ge-ruch bildet. Sie löst sich leicht in Wasser und Alkohol. Str.

Guanin. Von B. Unger in dein Guano entdeckte, anfangs vonihm für identisch mit dem Harnoxyd gehaltene und deshalb Xanthin

+genannte organische Salzbase 1 ). Formel: C 10 H 3 N 5 O 2 . — Zeichen Gu.

Zusammensetzung:

10 Aeq. Kohlenstoff . 750,0 . 39,55

5 » Wasserstoff . 62,5 . 3,29

5 » Stickstoff . . 875,0 . 46,62

2 » Sauerstoff . 200,0 . 10,53

i ', Guanin . . 1887,5 . 100,00~Das Guanin findet sich in allen Guanosorten, zu seiner Gewinnungwählt man den peruanischen, da der afrikanische weit weniger davonenthält. — Man digerirt den Guano so lange mit einer dünnen Kalkmilch,bis die Flüssigkeit heim Kochen nicht mehr braun, sondern schwachgrünlichgelb gefärbt erscheint. Sie wird nun abliltrirt und mit Salzsäureneutralisirt. Nach einigen Stunden hat sich das Guanin mit etwa demgleichen Gewicht Harnsäure vollständig abgesetzt. Man trennt beuledurch kochende Salzsäure, welche nur das Guanin auflöst, beim Erkaltenscheidet sich salzsaures Guanin in Krystallen ab. Diese reinigt man durchUmkrjstallisiren oder zweckmäfsiger, indem man gröfsere Massen davonmit überschüssiger concentrirter Salzsäure in der Wärme bebandelt, mitder Vorsicht, dass sieh nicht Alles auflöst; das Ungelöste ist reineres Salz,das man sammelt und wiederholt dieser Behandlung unterwirft. — Ausdem reinen salzsauren Guanin fällt man die Base mittelst Ammoniak.Unger erhielt 5 / 8 Proc. vom Gewicht des angewandten Guano.

Das Guanin ist weifs, pulverförmig, beim Reiben Wachsglanz an-nehmend, in Wasser ganz unlöslich. Mit Wasser in einer Glasröhreeingeschlossen und auf 250° C. erhitzt, zeigt es keine Zersetzung; dasWasser nimmt, in Folge geringer Ammoniakbildung, eine schwach al-kalische Reaction an.

Verbindungen des Guanins. — Das Guanin ist löslich inSäuren und bildet damit farblose, meist krysallisirbare Verbindungen inmannigfachen Verhältnissen. Diese Verbindungen zersetzen sich mei-stens schon durch Wasser, unter Abscbeidung von Guaninhydrat, oderdurch höhere Temperatur, wenn die Säure eine flüchtige ist. Das Gua-nin ist ferner leicht löslich in ätzendem Kali oder Natron, mit welchenes ebenfalls Verbindungen eingeht. In Kalk- oder Barythydrat ist esnur sehr wenig löslich; Unger vermuthet deshalb, dass bei seiner Dar-stellung mittelst Kalkhydrat die in dem Guano enthaltenen Salze der Al-

') Ann. der Cliem. u. Pharm. Bd. LI. S. 395. LVIII. 19. und LIX. 18. — Pogg.Ann. Bd. LXV. S. 222,