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3 (1848) [F - H]
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690
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I-

690 Graphit.

man sie im geschmolzenen Zustande durch ein siebartiges Blech oderdurch einen mit Löchern versehenen eisernen Löffel zu giefsen undunter beständiger schüttelnder Bewegung desselben in kaltes Wasser fal-len zu lassen. In Ermangelung einer solchen siebartigen Vorrichtunggenügt es, das flüssige Metall aus einiger Höhe in dünnem Sirahle inein tiefes mit kaltem Wasser gefülltes Gefäfs aus einiger Höhe herab zugiefsen.

Ein anderes Verfahren , besonders die leicht schmelzbaren Metalle,wie Blei, Zinn etc. in feines Pulver zu verwandeln, besteht darin, dassman sie im geschmolzenen Zustande in die sogenannte Granulirbüchse —eine verschliefsbare, hölzerne, cjlindrischeBüchse— giefst, deren Wändeinwendig mit Kreide ausgestrichen sind, und darin so lange heftig schüt-telt, bis die hierbei sich bildenden pulverförmigen Theilchen erstarrtsind. Dadurch, dass das Kreidepulver die feinen Melallkügelchen umhüllt,werden, sie am Zusammeudiefscn verhindert.

Auf ähnliche Weise lässt sich Phosphor granuliren, indem manihn unter Wasser geschmolzen, mit diesem in einer verschlossenen Fla-sche schüttelt, bis die Temperatur des Wassers so weit gesunken ist,dass die kleinen Phosphorkörnchen fest werden. Hier vertritt das Was-ser die Stelle des Kreidepulvers in der Granulirbüchse. H. K.

d r a p n i t — (R e i fs b 1 ei, Wa s s e r b 1 e i — Graphite, PlumbagineGraphit, Plumhago), abgeleitet von ygccpstv, schreiben, in Bezug aufdie Eigenschaft dieses Körpers, leicht abzufärben, und seine sich daraufgründende Anwendung als Schreibmaterial. Im Graphit stellt sich unsder dimorphe Kohlenstoff in seiner hexagonalen P'orm dar, währender als Diamant (s. d.) in iesseraler Form auftritt. Es giebt natürlichenund künstlich dargestellten Graphit. — Der natürliche Graphitist niemals ganz reiner Kohlenstoff, sondern stets mehr oder wenigerdurch fremde Substanzen verunreinigt, welche beim Verbrennen des-selben als Asche zurückbleiben. Die reinsten Graphitsorten (von Bor-rowdale und Keswick in Cumberland, Barreros in Brasilien, Wun-siedel u. s. w. *) hinterlassen y 3 — x / 2 Proc. Asche ; im krystallisirtenGraphit von Ceylon fand Prinsep 1,2 Proc, unverbrennliche Be-standlheile. Graphitsorten, welche etwa 5 Proc. Asche hinterlassen,gehören schon zu den reineren; es giebt deren, welche bis gegen40 und mehr Procent fremde Stoffe enthalten. Als Bestandteile y derAsche des Graphit hat man gefunden: Kieselerde, Thonerde, Kalkerde,Eisenoxyd, Tilanoxyd, Chromoxyd; weniger bestimmt wurden darinnachgewiesen: Kupferoxyd, Nickeloxyd und Manganoxyd. Von diesenBestandtheilen finden sich in der Asche eines und desselben Graphitoft nur wenige beisammen, so z. B. enthalten manche Graphite nurKieselerde, andere nur Eisenoxyd, noch andere, nach Prinsep 1 )Thonerde und Kalkerde. Plattner (siehe dessen Probirkunst mitdem Lölhrohre, S. 434) erhielt beim Einäschern eines — wahrschein-lich englischen — Graphites einen bedeutenden Rückstand vonChronioxyd (4,9 Proc. metallischem Chrom entsprechend) mit etwasEisenoxyd verunreinigt. Es ist merkwürdig, dass die am häufigsten imGraphit angetroffenen Substanzen (Kieselerde, Thonerde, Eisenoxyd,Titanoxyd und Chromoxyd), wie der Graphit selbst, eine hexagonale

') Edinb. N. phil. Journ. Bd. XII, pag. 346 und 61 o c k er' s Jahresh. Nr. 3. S. 220.