Cäment.
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abgewischt wird. Der Glanz dieser mit Stucco lucido bekleideten Wändeist also nicht durch Wachs, sondern durch blofses Reiben hervorgebracht.So lange der Mörtel noch feucht ist, lassen sich die Farben wie Zinnoberam besten in Pulverform mit Baumwolle auftragen und fest reiben.Sonst müssen die Farben, mit Kalkpulver gemengt und mit möglichstwenig Wasser zu einem dicken Brei angemacht, aufgetragen und, wieoben beschrieben, so lange gerieben werden, bis der Glanz erreicht ist.Zu Gemälden werden die Farben, mit Spieköl zu einem steifen Firnissangerührt, benutzt, und können so auf den trockenen Stucco aufgetragenwerden, der von Wasser nur schwierig benetzt wird, wenn er schön ge-glättet war. Auf solche Weise sind die berühmten Wände in Hercula-num und Pompeji gefertigt. Schaffhäutl hat nirgends Spuren vonsogenannter enkaustischer oder Wachsmalerei gefunden, weder an dengenannten Orten, noch sonst wo in Italien. Die in Neapel befindlichenWandmalereien, welche man als in enkaustischer Manier ausgeführt zunennen pflegt, sind ebenfalls auf die oben beschriebene Weise gefertigt,aber in neuerer Zeit mit Sandarachfirniss überzogen, um sie vor dem Ein-fluss der Witterung zu schützen.
Unter dem Namen Concrete wird in England ein dem Wasser gutwiderstehender Mörtel, der jedoch nicht die Festigkeit des mit Sand ge-mengten Cämentes erlangt, vielfach benutzt. Gewöhnlich pflegt mandazu magere, thonhaltige Kalke zu verwenden, einen Maafstheil vondiesem mit 2 — 3 Maafstheilen gröberem und feinerem Sand gemischt.Nach Patley erhält man aber das beste Fabrikat, wenn 1 Cubikfufsreinster Kalk in fausfgrofsen Stücken (35 Pfd. circa) gepulvert, mit 3 1 / 2Cubikfufs scharfem Flusssand vermischt und mit 1 V s Cubikfufs Wasserrasch vermengt und schnell eingestampft wird. Die Maurer benutzenjedoch gewöhnlich die erstere Vorschrift, weil das trockene Gemenge sichbesser mit Wasser mischen lässt und zäher, langsamer im Erhärten ist..Der Mörtel erwärmt sich mäfsig und erhärtet in wenigen Stunden genü-gend , um , wenn auch die schwersten Mauern auf dieser Grundlage vonConcrete aufgeführt werden sollen, damit sogleich beginnen zu können.Aus 4 — 6 Fufs dicken Schichten von Concrete sind auf sumpfigemGrunde die Fundamente grofser Bauwerke in London nach dem Vorgangvon Smirke gebaut worden, der auf die Anwendung des ungelöschten,gepulverten Kalkes zu Concrete durch eine Beobachtung Ren nie's beidem Bau der Waterloobrücke 1812 geleitet wurde. Bei der Funda-mentlegung der Pfeiler fand man nämlich ein sehr festes Conglomerat indem Flussbett der Themse und ermittelte, dass an dieser Stelle vor meh-reren Jahren ein mit gebranntem Kalk beladenes Schiff untergegan-gen war.
Als Mörtel zum Ausfugen der Ritzen bei Häusern, welche nicht bewor-fen werden sollen, dient eine Composition von 1 Thl. Aetzkalk, 2 Thln.gesiebter Steinkohlenasche und 1 Thl. Sand, der sehr fest wird. Keene'sMarmorcäm'ent ist mit Alaunlösung getränkter, nochmals gebrannterund mit Alaunwasser angerührter Gyps. Pariancäment ist Gyps, fürwelchen Bellman und Keating patentirt worden und der mit Boraxlö-sung (1 Thl. auf 11 Thle. Wasser) getränkt, nochmals stark gebrannt,mit Weinsteinlösung (1 Thl. auf 11 Thle. Wasser) zu Brei angerührtwird. Der beste Gypsmarmor wird erhalten durch Anrühren von Gypsmit Leimwasser, dem etwas schwefelsaure Zinkoxydlösung zugesetztworden ist. V.