Druckschrift 
6 (1854) [P - R]
Entstehung
Seite
947
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Rutheniumcyanide. Rutheniumoxyde. 947

für sich keine niedrigere Chlorverbindung;; auf Zusatz von Alkalischlägt sich aus der Flüssigkeit erst beim Abdampfen ein gelbbraunesalkalihaltendes Oxyd nieder, welches nach dem Auswaschen und Trock-nen beim Erhitzen plötzlich erglüht und dabei schwach verpufft. Schwe-felwasserstoff fällt aus der Lösung des Kalium-Ruthenchlorids nacheiniger Zeit einen kleinen Theil des Metalls, die Lösung bleibt aberroth, und wird anch bei längerer Einwirkung nicht blau.

Ruthenperchlorid. Dieses Chlorid ist noch nicht mit Sicher-heit dargestellt; ob der bei Einwirkung von Chlor auf Ruthenmetallentstehende gelbe Dampf, oder ob die beim Erhitzen von Kalium-Ru-thensesquichlorid mit chlorsaurem Kali und Salzsäure entstehende undmit den Wasserdämpfen sich verflüchtigende Verbindung ein solcheshöheres Chlorid sey, ist nicht näher untersucht. Fe.

Rutheniumcyanide. Die Verbindungen des Rnthens mitCyan sind im isolirten Zustande noch nicht bekannt. Das Ruthencyanürgiebt mit Cyankalium eine Verbindung, welche sich dem Ferrocyan-kalium analog verhält; eben so ist die Verbindung von Ruthencyanürmit Cyanwasserstoff der Ferrocyanwasserstoffsäure vollkommen ana-log (s. Rutheniocyanide). Fe.

Rutheniumoxyde. Das Ruthenium bildet vier Oxyde, vondenen die niedrigsten mehr basischer, die höheren mehr saurer Natursind. Die niedrigeren Oxyde entstehen beim Erhitzen des Metalls ander Luft; die höheren Oxyde lassen sich nicht auf diesem Wege dar-stellen. Die Verbindungen der Oxyde sind wenig bekannt.

Ruthen oxydul: RuO.

Beim Erhitzen von Ruthenmetall an der Luft, entsteht wohl Ru-thenoxydul, aber es kann auf diese Weise nicht rein erhalten werden.Um das Oxydul rein darzustellen, wird ein Gemenge von Ruthenchlorid(RuGl 2 ) mit etwas mehr als einem Atom von kohlensaurem Natron ineinem Strom von Kohlensäurcgas geglüht; beim Auswaschen des Rück-standes mit Wasser bleibt Ruthenoxydul als ein metallglänzendesschwarzgraues Pulver zurück; es ist in Säure unlöslich ; durch Wasser-stoff wird es schon bei gewöhnlicher Temperatur reducirt.

Seine Salze lassen sich nicht direct darstellen, sie sind noch we-nig bekannt.

Ruthensesquioxyd: Ru 2 0 3 .

Ruthensesquioxydul. Ruthenmetall nimmt, wenn es mit-telst des Löthrohrs an der Luft erhitzt wird, rasch 0,18 seines Ge-wichts Sauerstoff auf, bei längerem Erhitzen absorbirt es noch lang-sam 0,05 Sauerstoff und bildet dann schwarzblaues Sesquioxyd; diesesnimmt beim anhaltenden Erhitzen noch etwas Sauerstoff auf, ohnesich aber vollständig in Oxyd zu verwandeln.

Das Ruthensesquioxyd ist von Fremy krystallisirt erhalten, in-dem er das Osmium-Iridium in einem Strom von reiner Luft in einemRohr von Porcellan oder Platin zum Rotliglühen erhitzte; die sich ver-flüchtigende Osmiumsäure reisst das für sich nicht flüchtige Ruthen-sesquioxyd mit fort, dieses setzt sich aber in dem kälteren Theil desRohrs, der aus dem Ofen hervorragt, in Krystallen ab; besonders wenn

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