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6 (1854) [P - R]
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I

Rothfärberei.

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erwärmt, so dass es erst nach 2 3 / 4 Stunden ins Kochen kommt, worines nur J / 4 Stunde erhalten wird. Nach diesem Färben (retirage) wer-den die Stücke gewaschen, ausgerungen und getrocknet, worauf daszweite Alaunen und Galliren, wie oben angegeben, erfolgt. Das nach-her vorgenommene zweite Ausfärben unterscheidet sich in nichtsvon dem ersten als dadurch, dass die Kreide wegbleibt.

c. In der Schweiz.

Zehn Stücke Zeug werden zusammen gut getrocknet in die Farb-flotte eingeführt. Die Farbkufe enthält 1800 Pfd. Wasser, dem 20 Pfd.Ochsenblut beigegeben worden ist. Auf 1 Pfd. Zeug (gewöhnlicheCalico) wird etwa l 1 ^ Pfd. Krapp und 1 /i 0 vom Krappgewicht Schmakgenommen. Dickere Stücke brauchen weniger Krapp. Man setzt nochKreide zu und erwärmt so, dass nach 2 J / 2 Stunde das Kochen eintritt,und lässt x /2 Stunde kochen. Nach dem Färben werden die Stückegewaschen.

Die Verhältnisse, welche Persoz als in schweizerischen Roth-färbereien geltend angiebt, sind: 20 Kilogramm Zeug, 2030 Kilo-gramm Paluds (Krappsorte s. Art. Krapp), 2 3 / 4 KilogrammSchmak, 17 Liter Ochsenblut. Dauer des Färbeprocesses wie oben.

5. Das Schönen (Aviviren und Rosiren).

Die gefärbte Baumwolle hat, unmittelbar aus dem Krappkesselkommend, immer eine trübe braunrothe Farbe. Es ist Aufgabe derNachbehandlung, diese Farbe in eine mehr feurige umzuwandeln. DieArbeit zerfällt in zwei Operationen. Die erste besteht darin, die ge-färbte Waare der vereinigten Wirkung einer alkalischen Flüssigkeit,wesentlich aus Seife- mit etwas Potasche- oder Sodalösung bestehend,und einer über 100° C. gehenden Hitze auszusetzen. Diese Operationheisst Aviviren im engeren Sinne. In der zweiten Operation kommteine Zinnverbindung, und zwar gewöhnlich Zinnchlorür, ebenfalls unterErhitzung zur Anwendung. Dieser zweite Theil des Geschäftes heisstRosiren. Zuweilen werden die beiden Operationen nicht streng aus-einander gehalten, und es kommt schon bei der ersten nebst Seifen-lösung Zinnsalz in Anwendung. Das Seifenbad hat jedenfalls zu-nächst die Bestimmung, den nicht mit der Faser verbundenen Farbstoffwegzunehmen, denn dasselbe wird immer stark gefärbt. Man will vonavivirten Zeugen auch eine fette Substanz neben dem Farbstoff abge-zogen haben, die sich aber auf den nicht avivirten Zeugen nicht findensoll. Diese Betrachtung von G. Schwarz scheint sehr der Bestätigungund Ergänzung nach der Seite hin zu bedürfen, ob die gefundene fetteSäure wirklich einen Bestandtheil der Verbindungen ausmache, welchedie Färbung bedingen. Persoz sucht die Wirkung der Seife (der Sodabeigemischt ist) in der Auflösung der letzten auf der Faser gebliebenenFettspuren von den Oelbädern, eine Ansicht, die zu G. Schwarz'sBeobachtung sehr wenig passt. Von den Zinnsalzen hat man die Beob-achtung gemacht, dass sie mit dem Krappfarbstoff gelbrothe Lackebilden, und es lag nahe, aus diesem Verhalten ihre Rolle bei dem so-genannten Rosiren zu erklären. Es werde, so wird angenommen, dieThonerdeverbindung des Farstoffes theilweise in die Zinnverbindungumgewandelt. Die Avivirkessel sind gewöhnlich runde geschlosseneKupferkessel mit Dampfröhre, die aus einem Dampfkessel den Dampfzuführt.

ff

KL.