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6 (1854) [P - R]
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Rothfärberei.

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Bewandtniss wie mit dem Sandelholz, sie dient zur Hervorbringungmehrerer mit Roth verwandter Farbniiancen, namentlich des Lila,weniger aber zum Rothfärben selbst.

8. Der Orlean, Rocou der Färber, kann, obsehon es wegen Un-ächtheit der Farbe selten geschieht, zum Färben des sogenanntenAurora dienen, und zwar sowohl auf Seide als auf Baum wolle. Diemit Seife abgekochte Seide wird zu diesem Behufe ganz einfach ohneBeize in ein klares alkalisches Orleanbad, von einer, je nach derNuance wechselnden Stärke in lauwarmem Zustande eingebracht.

Von weit allgemeinerer Anwendung in der Wolle-, Baumwolle -und Leinewandfärberei ist:

9. Der Krapp. Das Krapproth auf Wolle ist, obwohl wenigerfeurig als das mit Cochenille oder Lacdye erzeugte, doch sehr solid.Man bringt die Wolle in eine siedende Lösung, die 1 / i vom Gewichtder Wolle Alaun und 1 / 10 gereinigten AVeinstein enthält. Das Farbe-bad besteht aus heissem Wasser, in welches man ungefähr l / s vomGewicht der Wolle guten gemahlenen Krapp nebst 1 j<u Zinnchloridbringt. Die aus der Beize genommene Wolle wird in die Farbflotteeingeführt und diese, allmälig zum Kochen gebracht, wenige Minutenim Sieden erhalten.

Auf Baumwolle kann durch ein dem vorigen ähnliches einfachesVerfahren ebenfalls Krapproth erzeugt werden, dasselbe ist aber wederso schön, noch so acht als Türkischroth, weshalb es viel weniger vor-kommt als dieses. Die Operationen bestehen 1) im Galliren (}j t Gallusauf 1 Baumwolle in wässeriger Abkochung); 2) zweimaligem Beizen inLösung von essigsaurer Thonerde (von 5° B.); 3) Trocknen nach jederBeize; 4) Auswaschen; 5) Färben in einer Krappfiotte, die etwa 3 / 4Krapp vom Gewicht der Baumwolle enthält. Geschönt werden die sogefärbten Zeuge durch ein heisses Seifenbad. Leinewand kann aufähnliche Weise gefärbt werden.

Türkischroth. Die Fabrikation des Türkischroth oder Adria-nopelroth oder Merinosroth soll, in Uebereinstimmung der Autoren,indischen Ursprungs seyn. Die Indier sollen die zum Färben bestimm-ten Zeuge in eine Mischung von Mirobolanenpulver (ein Gerbematerial)und Milch gebracht, dann den Sonnenstrahlen vor dem Färben aus-gesetzt haben. Liegen auch Nachweise über solchen Ursprung derTürkischrothfärberei vor, so ist doch gewiss, dass diese Kunst inswestliche Europa unmittelbar nicht aus Indien, sondern aus der Levantegekommen ist. Vitalis, der Verfasser eines schon ziemlich alten, immernoch vielgebrauchten Lehrbuches der Färberei, berichtet, dass im Jahre1747 griechische Färber nach Frankreich (Darnetal bei Rouen undCubenas im Languedoc) gezogen seyen, um dort Fabriken zu errichten.Ein späteres Etablissement entstand zu Chaumond bei Lyon. Im Jahre1765 soll die französische Regierung eine Anleitung zum Türkischroth-färben haben verfassen und drucken lassen. Zu Glasgow scheint 1790das erste Etablissement entstanden und das Verfahren dem damaligenProfessor der Chemie Black mitgetheilt worden zu seyn. Dasselbewurde von Ure voröffentlicht.

Der Unterschied der Türkischrothfärberei von jedem anderenFärbeverfahren liegt in der Anwendung fetter Oele, mit welchen dieGarne oder Zeuge, ehe sie mit der Beize und dem Farbstoff zusammen-kommen , imprägnirt werden müssen. Das ganze Verfahren zerfällt in

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