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744 Quecksilber.
erze sind Almaden in Spanien und Idria in Krain; nächst diesenverdienen die Quecksilberbergwerke in der baierischen Rheinpfalz undzu Horzowitz in Böhmen genannt zu werden. Ausser diesen liefernChina und Peru sehr bedeutende Mengen von Quecksilber.
Zur Gewinnung des Quecksilbers aus den Quecksilbererzen werdenletztere der Destillation unterworfen, unter Zusatz von Kalk und Ham-merschlag, welche den Schwefel durch Bildung von Schwefelcalcium,Schwefeleisen und schwefliger Säure, und zum Theil auch das Chloraufnehmen. Zu Idria in Krain wird das grob zerschlagene Quecksilber-erz in einem thurmiörmigen Ofen auf drei übereinander befindlichen,durchbrochenen steinernen Gewölben aufgeschichtet, und zwar in derWeise, dass man das unterste Gewölbe mit den gröbsten Erzstückenbeschickt, das zweite mit kleineren Stücken, und auf das dritte endlichallen feinen Erzstaub und die Quecksilberrückstände von der vorher-gehenden Arbeit bringt. Das staubige Erz wird in irdenen Schaleneingesetzt. Wenn der Ofen so besetzt ist, verschliesst man alle Ein-tragöffhungen, und giebt durch ein unter den Gewölben befindlichesFlammenfeuer eine anfangs gelinde, allmälig sich steigernde Hitze. DasSchwefelquecksilber wird in dem heissen Luftstrome, welchem mittelstbesonderer kleiner Canäle Zutritt gestattet ist, geröstet, der Schwefelverbrennt und das Gemenge von Quecksilberdampf, schwefliger Säureund Rauch wird durch einen im oberen Theile des Ofens befindlichenhorizontalen Canal auf und nieder durch eine Reihe von Verdichtungs-kammern und endlich durch eine thurmartige Esse ins Freie geleitet.Der grösste Theil des Quecksilbers verdichtet sich schon in den dreiersten Kammern. Diese, sowie alle übrigen Verdichtungskammern habeneinen geneigten Boden und gestatten so dem verdichteten Quecksilbermittelst Rinnen einen Ausfluss nach Aussen in einen Behälter, worines gesammelt und noch einmal durch Zwillich gepresst wird. In denletzten Kammern hat sich viel Wasser mit nur wenigem Quecksilberverdichtet. Da sich diesem indessen auch viel Staub beigemengt hat,so sammelt man dasselbe mittelst geschiedener Rinnen besonders auf.Die Rückstände kommen wieder in den Ofen. — Aehnlich ist das Ver-fahren zu Almaden in Spanien, nur dass hier die Verdichtungskammerndurch Röhren ersetzt sind, welche aus in einander passenden, an beidenEnden offenen Vorstössen, den sogenannten Aludeln, zusammengefügtsind, und auf einer zuerst sich etwas senkenden, dann wieder erheben-den Fläche, der Aludelbahn, herab-, dann wieder hinaufsteigen undsich endlich in den Schornstein öffnen. Das verdichtete Quecksilbersickert durch die Fugen der Vorstösse, welche in der Reihe das tiefsteNiveau einnehmen, und gelangt durch Rinnen in den Sammelbehälter.Die Ofengase gelangen nun mit den noch nicht condensirten Quecksil-berdämpfen in eine Kammer, worin sich ein Quecksilberstaub absetzt,welcher von Zeit zu Zeit herausgezogen wird. Nachdem das flüssigeQuecksilber davon abfiltrirt ist, wird der Rückstand mit Thon zusam-mengeknetet und der nächsten Destillation zugesetzt. Das Brennendauert 12 bis lo Stunden. — In Rheinbaiern erhitzt man das Erz mitKalk in irdenen Retorten oder langen gusseisernen Flaschen, welchein einem gemeinschaftlichen Galeerenofen fast horizontal neben undüber einander liegen, und mit irdenen Vorlagen versehen sind, in denensich etwas Wasser befindet. — Zu Horzowitz in Böhmen bedient mansich des Hammerschlages als Zuschlagmittel: das Gemenge von Erz