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6 (1854) [P - R]
Entstehung
Seite
729
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Pyroxylin. 729

etwas härter an als reine Baumwolle, und zeigt oft beim Zusammen-drücken ein schwaches Knirschen. Unter dem Mikroskop mit polari-sirtem Licht betrachtet, erscheinen die Fäden des Pyroxylins sehrwenig hell, und zeigen keine oder schwache Farben, während beiBaumwolle sich hier die Fäden sehr hell und mit dem schönstenFarbenspiel zeigen (Kindt). Beim Reiben wird es, besonders schwacherwärmt, stark elektrisch.

Pyroxylin ist unlöslich in Wasser, und wird auch bei längeremAufbewahren in Wasser nicht verändert; nach dem Trocknen zeigt esalle seine früheren Eigenschaften. Es ist auch unlöslich in Alkoholund in reinem absolutem Aether (Flores Domonte); in gewöhnlichemAether, oder in mit wenig Alkohol versetztem Aether quillt manchesPyroxylin auf, und löst sich bei Zusatz von etwas Alkohol zu einerzähen farblosen Flüssigkeit (Collodium), während vieles Pyroxylinauch in Alkohol haltendem Aether unverändert bleibt. Dieses verschie-dene Verhalten zeigt, dass wir hier verschiedene Stoffe haben. DieLöslichkeit oder Unlöslichkeit des Pyroxylins in Weingeist haltendemAether scheint von der Art der Darstellung abzuhängen, doch wird auchoft nach dem gleichen Verfahren das eine Mal ein lösliches, das an-dere Mal ein unlösliches Pyroxylin erhalten. Dasselbe Präparat löstsich leichter, wenn es nur zwischen Papier abgepresst und nicht ganz ge-trocknet ist, als wenn es, selbst an der Luft, vollständig ausgetrocknet war.Das ausgetrocknete Pyroxylin wird wieder löslicher, wenn man es mit we-nig Wasser anfeuchtet und dann nur zwischen Papier auspresst. Die inAether zu lösende Schiessbaumwolle wird meistens nach dem oben angege-benen Verfahren mittels eines Gemenges von Kalisalpeter und Schwefel-säure dargestellt; nach Bechamp wird das Product löslich, wenn man dieBaumwolle in das noch heisse Gemenge von Salpeter und Säure bringt;und ein unlösliches Pyroxylin wird löslich, wenn man es nochmals mitder warmen Mengung behandelt. Nach der Angabe von Vohl bildet sichbei Einwirkung von Schwefelsäure und Salpetersäure auf Baumwolle imAnfang lösliches Pyroxylin, bei längerer Einwirkung, besonders wennein Ueberschuss von Schwefelsäure in dem Gemenge ist, wird es un-löslich, indem sich die einzelnen Fasern mit einem Ueberzug von einemunlöslichen Körper bedecken, welcher Ueberzug durch Alkohol ent-fernt werden kann, indem er sich darin direct löst, oder Weingeist auf-nimmt, worauf sich jenes dann wieder in Aether löst. Wird solches un-lösliches Pyroxylin längere Zeit mit Alkohol gekocht, und die Lösungabgedampft, so sollen sich krystallinische Körner abscheiden, welchebei 70°C. schmelzen, und beim Erstarren wieder fest werden; durchden Schlag oder beim Erhitzen auf 140° bis 150°C. detoniren sie.Wird die zuerst erhaltene Krystallisation nochmals in Alkohol gelöst,so erhält man beim Abdampfen keine Krystalle mehr, sondern eine har-zige schmierige Masse. Beim Befeuchten mit Alkohol nehmen die Kör-ner diesen auf, und lösen sich dann in Aether. Wird die alkoholischeLösung mit Wasser versetzt, und damit bis zum Verdampfen des Alko-hols gekocht, so scheidet sich eine Substanz ab, welche nicht mehr inAlkohol löslich ist.

Die aus der ersten alkoholischen Lösimg erhaltenen Krystallkör-ner lösen sich in kalter concentrirter Schwefelsäure, wie es scheint, ohneZersetzung; Kalilauge löst sie unter Entwickelung von Ammoniak;wird die gelbe Lösung mit salpetersaurem Silberoxyd versetzt, und

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