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6 (1854) [P - R]
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703
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Pyin. Pyracechlorplatin. 703

FyiD, Eiterstoff, ist eine, von Güter bock 1 ) zuerst, in verschie-denen Eitermassen aufgefundene Substanz. Aus dem eiterigen Absatz derSyuta Phthisischer wurde das Fett und die sogenannte extractive Sub-stanz durch absoluten Alkohol entfernt, der Rückstand durch gelindesErwärmen vom Alkohol befreit, mit Wasser Übergossen, colirt und durchAufkochen das Eiweiss abgeschieden 2 ). Simon 3 ) extrahirte bei 100°getrockneten Rückstand von Eiter wiederholt mit verdünntem Alkohol,concentrirte die Spirituosen Lösungen und fällte aus der eingeengtenMasse das Pyin durch sehr starken Weingeist.

Fällbarkeit durch Essigsäure und Unlöslichkeit des Niederschlags imUeberschuss der Säure sind die, für Pyin allgemein als charakteristischund unterscheidend von anderen eiweissartigen Körpern, bezeichnetenReactionen. Ein durch Salzsäure entstandener Niederschlag soll sichim Ueberschuss wieder lösen. Kaliumeisencyanür, einer Lösung desnach oben angegebenen Methoden dargestellten Eiterstoffs zugesetzt,trübt dieselbe nicht; fügt man darnach Chlorwasserstoffsäure hinzu, soentsteht ein flockiger Niedersclag, im Ueberschuss der Säure wiederlöslich. Basisch-essigsaures Bleioxyd, Alaun, Gerbsäure geben starkeNiederschläge mit der Lösung.

Bei unserer mangelhaften Kenntniss der eiweissartigen Körper, zudenen das Pyin gezählt wird, ist die Erörterung der vielfach ausge-sprochenen Vermuthung, dass dasselbe sich nur wegen verschiedenerverunreinigender Beimengungen, anders gegen manche Reagentien, alsdie Albumin, Casein u. s. w. genannten Substanzen, verhalte, über-flüssig.

Seit Güterbock's Arbeit ist das Pyin vielfach im Eiter, in Exsu-daten seröser Höhlen, im Cysteninhalt und anomalen Secreten vonSchleimhäuten aufgefunden. Untersuchungen desselben sind besondersvon Scherer 4 ) angestellt. Die Quantität des von demselben aus peri-tonitischen Exsudaten und verschiedenen Eitermassen, erhaltenen Eiter-stoffs war sehr wechselnd. Aus dem Eiter einer entzündeten Schild-drüse, .einigermaassen rein, dargestelltes Pyin, bestand nach Schereraus C 54,85, H 7,26, M 15,34, O 22,55. Der Gehalt desselben an phos-phorsaurem Kalk betrug 8,3 bis 10,3 °/ 0 . Nach dieser Analyse stimmtdie Zusammensetzung des Eiterstoffs am meisten mit der des Caseinsüberein.

Aufklärungen über den chemischen und pathologischen Werth desPyins sind erst von einer gründlichen Kenntniss der allgemeiner ver-breiteten eiweissartigen Körper zu erwarten. Vr.

Pyknotrop s. Serpentin.

Pyracechlorplatin nennt Zeise 5 ) eins von den Produc-ten der Reaction zwischen Platinchlorid und Aceton °). Die Zusam-mensetzung dieses Körpers ist nicht ermittelt. Er wird aus der saurenbraunen Mutterlauge gewonnen, aus der sich alles Metacechlorplatinausgeschieden hat. Man erhitzt dieselbe im Destillationsapparate ; da-

') De pure et granulatione. Berol. 1837. s ) Guterb. a. a. 0. S. 14.3 ) Medic. analyt. Chemie. Band I, S. 123. 4 ) Untersuchungen zur Pathologie.Würzburg 1843. S. 147192, und Canstatt's Jahresbericht. 1843. S. 139. 6 ) Annal.der Physik, Bd. XLV, S. 332. Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. XXXIII, S. 29.e ) Vergleiche d. Art. Chloraceplatin, Bd. II., S. 17G.