Porrindenoxydulamid. — Potasche. 627
kohol, bei dessen Erkalten sich eine Krystallmasse ausschied, welcheabermals in Alkohol gelöst und mit überschüssigem Ammoniak ver-setzt wurde. Den dadurch entstandenen Niederschlag löste man inSalzsäure und liess die Auflösung verdunsten. Es bildeten sich Kry-stalle von salzsaurem Narcotin. In der Mutterlauge befand sich dasPorphyroxin. Es wurde mit Ammoniak gefällt und aus dem Nieder-schlag durch Auflösen in Alkohol und Verdunsten desselben in feinen,farblosen, glänzenden Nadeln krystallisirt erhalten.
Das Porphyroxin ist neutral; in Alkohol, Aether und verdünntenSäuren löst es sich leicht und ohne Farbenveränderung. In den sau-ren Auflösungen bewirken Alkalien einen voluminösen Niederschlag,der beim Erwärmen harzartig zusammenbackt und dann leicht zer-brechlich ist. Die Lösung in verdünnter Salpetersäure, Schwefelsäureund Salzsäure färbt sich beim Kochen, je nach der Concentration rosen-roth oder purpurroth. Alkalien entfärben die Flüssigkeit unter Bil-dung eines weissen Niederschlags, und nun stellen Säuren, selbst Essig-säure, die rothe Farbe auch, ohne Erwärmung wieder her. Essigsäure,unmittelbar mit Porphyroxin erhitzt, erzeugt die rothe Färbung nicht.Concentrirte Schwefelsäure und Salpetersäure färben das Porphyroxinolivengrün. Die purpurrothe salzsaure Lösung wird von G-erbstofF undZinnchlorür lackartig roth, von G-oldchlorid schmutzigroth, von essig-saurem Blei rosenroth gefällt, von Eisenchlorür braun gefärbt undvon schwefelsaurem Kupferoxyd nicht verändert.
Robertson 1 ) benutzt die rothe Färbung, welche das Porphyroxinbeim Erhitzen mit Salzsäure erleidet, um dasselbe im Opium und des-sen Präparaten zu entdecken, und umgekehrt hieraus einen Schluss aufdie Gegenwart von Opium bei gerichtlichen Untersuchungen zu ma-chen, wobei es indess noch zweifelhaft ist, ob jedes Opium auch Por-phyroxin enthält. Man sucht nämlich eine Auflösung des Porphyroxinsin Aether zu erhalten, tränkt damit einen Papierstreifen, trocknet, be-feuchtet mit Salzsäure und hält ihn in die Dämpfe von kochendemWasser. Das Porphyroxin verräth sich alsdann durch eine mehr oderminder intensive Färbung des Papiers. Hat man mit Opium in Sub-stanz zu thun, so zieht man dasselbe mit Wasser aus, fällt den Aus-zug mit Ammoniak und behandelt den Niederschlag mit Aether. Dernach Extraction des Opiums mit Wasser bleibende Rückstand wird mitverdünnter Salzsäure behandelt, die saure Lösung mit Ammoniak ge-fällt und der Niederschlag ebenfalls mit Aether extrahirt. Mit Opium-extract verfährt man auf dieselbe Weise, von Opiumtincturen wirdzuerst der Alkohol durch Destillation oder Abdampfen entfernt. Wp.
Porrindenoxydulamid, syn. mit Imasatin s. d.Bd. IV, S. 125.
Portugallo-Oel s. Pomeranzenschalenöl.
Potasche, Potasse, Potash, Perlasche, Perlasse,P e r 1 - a s h. Unter den unorganischen Substanzen, welche die Pflan-zen während ihres Wachsthums als nothwendige Bestandtheile für ihreErnährung aus dem Boden aufnehmen, gehören die Alkalien mit zuden wesentlichsten. In den Pflanzen sind diese theils an unorganische
l ) Revue analytique et critique 1852, p. 441.
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