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6 (1854) [P - R]
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603
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Platinseleniet.

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einem Versuche nahe 0,75 Cub.Z. Wasserstoffgas, 10 Grm. des E. Davy'-schen Präparates 1,10 Cub.Z., sodass also in den 10 Grm. des Platin-mohrs resp. 0,375 und 0,560 Cub. Z. Sauerstoffgas condensirt seyn muss-ten. Nimmt man das specif. Gewicht zu 16,0 an, wornach 1 Cub. Z.4608 Grm. wiegt, so enthält 1 Cub.Z. des ersterenPräparats 172,8 Cub.Z.,des anderen Präparates 253,440 Cub.Z. Sauerstoffgas, und denkt mansich, dass diese Mengen des Gases in den Präparaten den Raum von!/,[ Cub. Z. einnehmen (da 16,00 als das specif. Gewicht des Platinmohrs,ungefähr 3 / 4 vom specif. Gewichte des massiven Platins ist), so ist dasGas darin durch eine Kraft von resp. 172,8 mal 4 und 253,440 mal4, also von ungefähr 700 und 1000 Atmosphären verdichtet. — DasPlatinschwarz bewirkt auch die Trennung von bereits verbundenenKörpern, wofür die Zersetzung des Wasserstoffsuperoxyds einen Beweisliefert. — Döbereiner empfiehlt das Platinschwarz zur fabrikmässi-gen Umwandlung von Alkohol in Essigsäure.

Gewalztes oder gehämmertes Platin, sowie Platindraht zeigenjene katalytischen Wirkungen bei gewöhnlicher Temperatur nicht,wohl aber bei einer Temperatur von etwa 200°. Wenn man über denDocht einer Weingeistlampe einen spiralförmigen Platindraht befestigt,dann die Lampe anzündet, und sobald der Platindraht zum Rothglühenerhitzt ist, die Flamme ausbläst (ohne gegen den Draht zu blasen, derdadurch zu stark abgekühlt werden würde), so glüht die Platinspiralcimmer fort. Diese Eigenschaft des Platindrahtes, sich in einem Ge-menge von Alkoholdämpfen und atmosphärischer Luft glühend zu er-halten, wandte H. Davy zur Construction der nach ihm benanntenDavy'schen Glühlampe an.

Das Platinschwarz verliert seine katalytische Kraft allmälig anoffener Luft, nicht etwa, weil dieselbe vergänglich wäre, sondern siewird allmälig auf Stoffe ausgeübt, welche sich in der Luft befindenund welche condensirt und umgesetzt werden, so dass das Metall da-durch einen dünnen , wiewohl meist nicht sichtbaren Ueberzug erhält,welcher seine unmittelbare Berührung mit der Luft verhindert. Sinddiese Stoffe verbrennlich, so wird die katalytische Kraft leicht durchgelindes Glühen wieder hergestellt. Ist dies jedoch nicht der Fall,so kocht man das Platin zuerst mit Salpetersäure oder mit kaustischemAmmoniak, wäscht und trocknet es, worauf die Kraft wieder hergestelltist. Am nachtheiligsten wirkt Chlorwasserstoffsäure, sowohl in Gas-form, als im flüssigen Zustande, auf katalytisches Platin ein. Das indem Platin condensirte Sauerstoffgas oxydirt den Wasserstoff derChlorwasserstoffsäure zu Wasser, und das Chlor überzieht das Metallmit Chlorür. In diesem Falle stellt man die Kraft am besten durchKochen des Metalls mit Schwefelsäure wieder her, welche Chlorwas-serstoffsäure entwickelt und ein wenig Oxydul auflöst. Darauf wirddie Säure mit Wasser ausgewaschen und das Platin mit ein wenigammoniakhaltigem Wasser akgespült. Dieses Verfahren ist in jedemFalle zu empfehlen, um die katalytische Kraft des Platins wieder her-zustellen, durch welche Ursache es dieselbe auch verloren haben mag.

Gr.

Platinseleniet entsteht unter lebhafter Feuerentwickelung,wenn man Selen mit schwammigem Platin zusammen erhitzt, und bil-det ein graues , nicht schmelzbares Pulver, aus welchem vor dem Löth-rohre alles Selen ausgetrieben wird (Berzelius).

Gr.