Platinschwamm.
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Oberfläche eine Vereinigung des Wasserstoffs und Sauerstoffs zu ver-anlassen, daher seine Anwendung zu den bekannten Döbereiner' -sehen Zündmaschinen. Döbereiner war es, welcher die schöneEntdeckung machte, dass der Platinschwamm darauf geleitetes Wasser -stoffgas entzündet. Ein anhaltend gut zündender Platinschwammwird durch Zersetzung eines vollkommen reinen Platinsalmiaksbei möglichst wenig hoher Temperatur erhalten. Man trägtden mit Ammoniakflüssigkeit angerührten Platinsalmiak auf Schlingenvon feinem Platindraht, welche man über einen kleinen Ring vonEisendraht gespannt hat, und erhitzt denselben, indem man den Ringmit der Pincette hält, über der Spirituslampe sehr langsam bis zurvollständigen Zersetzung.
Die Zündkraft des Platinschwammes wird durch manche Dämpfeund Gase geschwächt und selbst vernichtet, so namentlich durch Am-moniakgas; durch Ausglühen wird sie wieder hergestellt. Unreines,Schwefeleisen enthaltendes Zink, welches Schwefelwasserstoff giebt, oderunreine Schwefelsäure, z. B. arsenhaltige, welche Arsenwasserstoff ent-wickelt, sind für die Zündmaschinen deshalb ganz zu verwerfen. Bött-ger schlägt vor, auch nur verdünnte englische Schwefelsäure undkeine rauchende anzuwenden, da letztere bei ihrer Vermischung mitWasser schweflige Säure frei mache, welche dann durch den Wasser-stoff im status nascens grösstenteils in Schwefelwasserstoffgas überge-führt wird.
Um den Platinschwamm in zusammenhängendes, schmiedbaresPlatin zu verwandeln, muss er entweder zusammengeschmolzen oderzusammengeschweisst werden; da aber zur Schmelzung des Platins fürsich die Hitze des Knallgasgebläses erforderlich ist, so wird sie nurhöchst selten im Grossen ausgeführt. — Das Verfahren von Wolla-st o n besteht in Folgendem: Vor allen Dingen muss man, zur Darstel-lung des Platinschwammes, den Platinsalmiak in der möglichst niedri-gen Temperatur zersetzen, den zurückbleibenden Platinschwamm mitchlorwasserstoffsäurehaltigem und darauf mit reinem Wasser auskochenund ihn dann in einem hölzernen Mörser mit hölzernem Pistill zu Pulverreiben, wobei alle Theile, die die geringste Spur von Metallglanz zei-gen, mit aller Sorgfalt ausgelesen werden müssen, da diese sich mitder übrigen Masse nicht gut zusammenschweissen lassen, und man da-durch ein Metall mit unebener Oberfläche erzielt, welches, wennman es zu Tiegeln verwendet, auf der Aussen- und Innenseite dersel-ben mit kleinen, aufgetriebenen Blasen an allen den Stellen angefülltwird, wo der Zusammenhang unvollkommen war. Diesen so vorberei-teten Schwamm bringt man, noch im nassen Zustande, in einen Mes-singcylinder, welcher unten luftdicht in eine Stahlschale passt; ebensopasst ein Stahlstempel luftdicht in den Cylinder. Wenn der letzterezur Hälfte mit Platinschwamm gefüllt ist, setzt man den Stempel,nachdem man ihn mit etwas Fett bestrichen hat, ein, und hämmert den-selben anfangs schwach, allmälig stärker hinein, oder man bedient sichdazu einer kräftigen Hebelpresse. Der Platinschwamm reducirt sichauf ein kleineres Volumen, und bald zieht man denselben in Formeiner ziemlich dichten Scheibe aus dem Cylinder. Letztere erhitzt manin einer Muffel zum Weissglühen, hämmert sie auf einem Amboss,und erhält, nach mehrmaligem Wiederholen dieser Arbeit, ein zusam-menhängendes Metall, welches sich schmieden und verarbeiten lässt.
Gr.
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