Platin, Bestimmung desselben etc. 545
Kieselsäure greift beim Glühen das Platin ebenfalls an. Ueber die Ei-genschaft des Platins, katalytische Wirkungen auszuüben, s. d. Art.Platinschwarz.
Das Platin findet die mannigfaltigste Anwendung und ist insbeson-dere für den Chemiker von der höchsten Wichtigkeit und gradezu un-entbehrlich geworden. Seine Härte, seine Dehnbarkeit, vermöge welcheres zu den dünnsten Blechen ausgewalzt und zu den feinsten Drähtenausgezogen werden kann, seine Fähigkeit,~' t den stärksten einfachen,chlorfreien Säuren zu widerstehen, sowie '.seine Festigkeit und Un-schmelzbarkeit machen das Platin zu chemischen und technischen Ap-paraten, zu Schmelztiegeln, Retorten, Schalen u. s. w. vorzüglich taug-lich. Das meiste Platin wird zu den grossen Destillationsgefässen,welche in den Schwefelsäurefabriken zur Concentration der Schwefel-säure verwendet werden, sowie zu grossen Auflösungsgefässen beieiner Art der Silberscheidung verarbeitet. Die höchst mannigfaltigeAnwendung der verschiedenen Platingeräthe in den chemischen Labo-ratorien ist hinlänglich bekannt. — In Russland werden Münzen ausPlatin geprägt; ferner verwendet man dieses schätzbare Metall zurVerfertigung von Galanteriewaaren, Uhrketten, Dosen, etc., zum Ueber-zuge von Porcellan und Metallen, zum Plattiren oder Platiniren, undbesonders noch als schwammige Masse zu Feuerzeugen (s. Art. Pla-tins c h wamm).
Ueber die Behandlung der Platingeräthschaften mag noch Folgen-des gesagt seyn: Man darf dieselben nicht zwischen Kohlen der Einwir-kung des freien Feuers aussetzen, weil die Kieselerde aus der Asche derKohlen damit Kieselplatin bildet. Die Platintiegel werden deshalb inhessische Tiegel, und zwar in ein Bett von Magnesia gestellt, wenn man,wie beim Aufschliessen von Silicaten, genöthigt ist, die darin befind-lichen Substanzen einem sehr kräftigen Kohlenfeuer auszusetzen. Fer-ner darf die Flamme der Spirituslampe keine Kohle an den Wändendes Platintiegels ablagern, weil sonst leicht Kohlenplatin entsteht unddie Oberfläche rauh wird. Weder leicht schmelzbare Metalle, nochGemische, aus welchen beim Glühen solche Metalle reducirt werden,darf man darin glühen , weil die Metalle mit dem Platin leicht zu Le-girungen zusammenschmelzen. Ebensowenig darf man Substanzen dar-in glühen, welche Chlor, Jod, Brom, Schwefel, Phosphor ausgeben,auch nicht Jodide, Bromide und Schwefelalkalimetalle. Kalihydrat undSalpeter greifen die Tiegel stark an, weshalb man das Schmelzen die-ser Substanzen in Silbertiegeln vornehmen muss.
Um die gebrauchten Platintiegel von anhängendem Eisenoxydeund ähnlichen Unreinigkeiten zu befreien, bestreicht man sie mit einemGemenge von gleichen Theilen gepulverten Borax und Weinsteinsalz,glüht sie bis zum Schmelzen des Flusses und stellt sie einige Stun-den in verdünnte Schwefelsäure, welche denFluss löst (Wollaston)oder man erhitzt, nach G m e 1 i n, in dem zu reinigenden Tiegel zwei-fach-schwefelsaures Kali und wascht mit Wasser ab. Gr.
Platin; Bestimmung desselben und Trennung vonanderen Metallen. Zur qualitativen Unterscheidung des Pla-tins von anderen Metallen benutzt man entweder die Unlöslichkeit desmetallischen Platins in allen Säuren, mit Ausnahme des Königswassers,und solcher Mischungen, die Chlor entwickeln können, oder die Fäll-
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Handwörterbuch der Chemie. Bd. VI.
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