Picolin.
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wenn dieses mit dem vierfachen Gewicht an Natron-Kalk bei 150° bis1G0° destillirt wird (Wertheim).
Das Picolin lässt sich am vortheilhaftesten aus Knochenöl gewin-nen, und zwar wird es in derselben Weise, welche bei Petinin (siehed. Art.) ausführlich beschrieben ist, zuerst mit den anderen Basengemengt, erhalten; nachdem bei der Rectification des Gemenges deröligen Basen, welche mit Kalihydrat von Wasser befreit sind, das Pe-tinin zwischen 70° bis 100°C. übergegangen ist, destillirt zwischen132° und 138°C. hauptsächlich Picolin, während bei 150°C. und dar-über vorzugsweise Anilin kommt. Durch wiederholte fractionirte De-stillation des zwischen 132° und 138° C. Uebergegangenen, bis der Siede-punkt constant 133°C. ist, wird reines Picolin erhalten (Anderson).
Zur Gewinnung von Picolin aus Steinkohlentheer wird dieser de-stillirt, und das zuerst übergehende Oel, welches Anilin und die übrigenBasen, dann Naphtalin und eine Substanz enthält, welche die Eigen-schaft hat, an der Luft sich zu bräunen, mit etwas concentrirter Schwe-felsäure gemischt und stark geschüttelt. Beim Stehen scheidet sichdann ein wenig gefärbtes Oel ab, und darunter ein schwarzes sauresMagma. Dieses wird in Wasser gelöst, und das Filtrat mit Ammo-niak gesättigt, wozu unreines Ammoniak, wie es durch Destillation ausGaswasser erhalten wird, dienen kann. Bei dieser Sättigung scheidetsich nichts ab: wird die Flüssigkeit dann destillirt, so gehen die Basenmit den ersten Portionen Wasser über, und sondern sich in der "Vor-lage als eine ölige in dem Wasser zu Boden sinkende Schicht aus, wel-che dickflüssig, von dunkelbrauner Farbe und von scharfem unangeneh-men Geruch ist; dieses Oel ist ein Gemenge von basischen Körpern,Picolin, Anilin, vielleicht Leukol mit Pyrrol und einem dicken, schwe-ren, nicht basischem Oel.
Zur Trennung dieser Substanzen wird das ganze Destillat vonOel und Wasser nochmals vorsichtig rectiflcirt, bis etwa 3 / 4 des Oelsübergegangen ist, wobei dann das indifferente Oel in der Retorte alsweniger flüchtig zurückbleibt. Das Destillat wird mit verdünnterSchwefelsäure bis zur stark sauren Reaction übersättigt, und nochmalsdestillirt, wobei alles Pyrrol mit den Wasserdämpfen fortgeht, wäh-rend die übrigen Basen in dem wässerigen Rückstand bleiben. Wirdder letztere mit Kalihydrat übersättigt und destillirt, so finden sich dieBasen theils in dem übergegangenen Wasser gelöst, theils darauf schwim-mend. Aus dem wässerigen Destillat scheidet sich auf Zusatz von Kalihy-drat eine weitere ölige Schicht ab ; diese wird über geschmolzenem kausti-schen Kali getrocknet, so lange dasselbe noch feucht wird, und dannrectiflcirt. Es wird als Destillat ein farbloses Oel erhalten; das zuerstUebergehende ist reines Picolin, das spätere enthält neben Picolin nochAnilin; der Punkt, wann Anilin mit übergeht, zeigt sich sogleich durchdie eintretende blaue Färbung, wenn man einen Tropfen des Destillatsmit Chlorkalklösung zusammenbringt.
Um das Picolin ganz rein zu erhalten, wird das erste Anilin-freieDestillat nochmals über Kalihydrat getrocknet und destillirt, bis seinSiedepunkt constant bei 133°C. ist (Anderson).
Das Picolin ist ein farbloses, dünnflüssiges, leicht bewegliches Oel,von 0,955 specif. Gewicht bei 10°C.; es riecht durchdringend und etwasaromatisch, bei grosser Verdünnung ist der Geruch eigenthümlich ran-zig, und hängt den Händen und Kleidern hartnäckig an. Das Oel
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