Pflaster. —- Phäoretin.
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einem Gemisch von 2 Theilen concentrirter Salpetersäure und 3 Thei-len Schwefelsäurehydrat halten, dann in Wasser auswaschen, trocknenund mit alkoholhaltigem Aether digiriren, welcher die Leinenfaser nicht,nur die umgewandelte Baumwollenfaser löst. Nach Witt stein *) istdie Probe unzuverlässig.
Die Salpetersäureprobe von Vincent basirt auf der Fär-bung der incrustirenden Substanzen durch starke Salpetersäure, und be-zweckt hauptsächlich die Erkennung des neuseeländischen Hanfes: esfärbt sich dieser in Salpetersäure von 36° B. blutroth, der gewöhnlicheHanf nicht. Für Schiffstaue, welche nicht gebleicht werden, erklärtPayen die Probe für recht brauchbar; für gebleichte Waaren kann sienatürlich nicht benutzt werden. Denselben Ausspruch muss man beider Chlorprobe von Vincent thun; die Faser von Phormnim tenaxfärbt sich, nachdem sie 2 bis 3 Secunden mit Chlorwasser behandeltwurde, in Ammoniak lebhaft violett, die Faser von Cannabis sativa,Agave americana und foetida, Bromelia, Hibiscus cannabinus, Lagetto, Cro-talaria juncea , Abaoa und Corchorus capsularis schwach violett, die Faservon Asclepias gigantea und Linum usitatissimum nicht.
Schliesslich erwähne ich einer physikalischen Probe, die fast sowerthvoll als die Schwefelsäureprobe ist, die Oelprobe, von Fran-kenstein zu Auffindung der Baumwolle im Leinengewebe angegeben.Sie beruht darauf, dass der reine Leinenfaden durch Eintauchen inBaum- oder Rüböl, dessen Ueberschuss man zwischen Papier abpresst,durchsichtig wird, während der Baumwollenfaden undurchsichtig bleibt,wahrscheinlich weil aus der weiten Innenhöhle der einzelnen Fasernder Luftgehalt nur theilweise verdrängt werden kann; die Appreturmuss durch sorgfältiges Auskochen und Ausspülen mit Wasser, dieBuntfärbung durch Chlorkalk vorher vollständig entfernt worden seyn.
TTeber die detaillirte Ausführung der meisten dieser Proben, sowieüber einige andere von untergeordneter Wichtigkeit ist in der sehrempfehlenswerthen Schrift von Schacht: Die Prüfung der imHandel vorkommenden Gewebe durch das Mikroskop undchemische Reagentien, mit 8 Tafeln lithographirter Abbil-dungen. Berlin 1853, nachzulesen. \Ml.
Pflaster s. Emplastrum.
Pflaumengummi oder Kirschgummi s. Gummi.
Pfund s. Gewichte.
Phäoretin, von cpatog, braun, und qtjtIvti, Harz, also Braun-harz, nennen Schlossberger und Döpping 2 ) einen von ihnen ausder Rhabarberwurzel abgeschiedenen harzartigen Körper, dessen Zu-sammensetzung sich durch die Formel: CigH^OT, ausdrücken lässt.Atomgewicht = 2013,42.
Zur Darstellung des Phäoretins zieht man Rhabarber bis zur Er-schöpfung mit 60 — 80 procentigem Alkohol aus, dampft die Auszügebis zur Extractdicke ab und behandelt das Extract mit Wasser, welchesdavon einen Theil auflöst, einen anderen zurücklässt. Letzteres wird
') Jahresber. von Liebig und Kopp, 1852, S. 768. — 2 ) Annal. d. Chem.u. Pharm. Bd. L, S. 207.