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6 (1854) [P - R]
Entstehung
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Pflanz enz ellenstoff.

vollständige Zerstörung, wie es scheint in der Weise, dass Wasserstoffeliminirt und zum Theil durch Chlor substituirt wird; nach Leykaufenthält die mit Chlor gebleichte Baumwolle Chlor innig gebunden.

Aehnlich verhalten sich unterchlorigsaure Salze bei Zusatzvon Säuren; ähnlich auch Brom. Jod vermag nur bei höherer Tem-peratur die Cellulose zu zerstören.

Nachdem wir den reinen Pflanzenzellstoff in seinen chemischenBeziehungen kennen gelernt haben, bleibt uns noch übrig, die in derTechnik häufigst angewendeten Pflanzenfasern einer näheren Betrach-tung zu unterwerfen, wobei die Form und die natürlichen Beimengun-gen die wichtigeren Gesichtspunkte abgeben. Die Technik verlangtdie Pflanzenfaser zu Flechtwerk oder Seilerarbeit, zu Gespinnst oderGeweb, zu Papier und Pappe, und fordert, dass die Gewinnung undReinigung, so weit diese nöthig, durch möglichst einfache Manipulation,auf möglichst billigem Wege geschehe. Diesen Ansprüchen genügtzur Zeit vor allen anderen Fasern die Baumwolle.

Die Baumwolle ist das Flughaar der Früchte verschiedenerGos-sypiumarten, als 67. herbaceum, hirsutum, barbadense, peruvianum, religio-sum, arboreum, sowie des nahe verwandten Geschlechtes Bombax pentan-drum. Wenn sie bei dem Entkörnen l ) gut in Acht genommen wird,ist sie fast reine Cellulose, meist weiss oder mit nur schwachem Scheinins Röthliche, Gelbliche oder Bläuliche und mit einem dünnen eiweiss-artigen Ueberzug. Sehr wenige Sorten sind von Natur, wahrscheinlichdurch innerhalb der hohlen Faser abgelagerte Substanzen, deutlich ge-färbt z. B. die röthliche Coyatebaumwolle von den Philippinen oderdie bekanntere rostfarbene Nankingbaumwolle von China. Durchdas Bd. II, S. 855 beschriebene Bleichverfahren erfolgt die gänzlicheReinigung. Je eine Baumwollenfaser ist eine lange, schwachverdickteuud darum bandartig zusammengefallene, platte, etwas gekräuselteZelle, die unter dem Mikroskop regelmässig wie ein Pfropfenzieher umsich selbst gewunden erscheint und auch durch Befeuchten mit Wassersich nicht streckt. Ohne eigentliche Porencanäle zeigt sie häufig eineschiefe gitterartige Streifung; ihr Durchmesser ist 0,01 bis 0,02 Milli-meter; ihr Querschnitt hat die Form einer etwas verzogenen <p. Sieerscheint meist an beiden Enden abgerissen, wenigstens an dem Ende,welches mit der Frucht verwachsen war. Dieser normalen Baumwoll-faser finden sich, allerdings spärlich, anders beschaffene Fasern beige-mengt; kurz, wenig zäh, stark seideglänzend bilden sie feinverwobeneFlocken, welche sich durch die schwierige Färbbarkeit von der gewöhn-lichen Baumwolle unterscheiden und deshalb: unfärbbare Baum-wolle, coton mort, dead cotton, heissen. Nach W. Crum 2 ) zeigensie sich unter dem Mikroskop nicht spiralförmig gewunden, hohl undröhrenförmig, sondern als massive Cylinderchen. Ihre Entstehung solldie seyn, dass in den jungen Zellen aus irgend welchem Grund dieVegetationskraft erlischt, dass sodann der darin enthaltene Saft ein-trocknet und das Lumen der Röhre ausfüllt. Beim Färben könnensolche Fasern den Farbstoff nicht leicht aufsaugen und müssen weissoder doch lichter bleiben als die normale Baumwolle.

Mercerisiren der Baumwolle wird ein von Mercer 3 ) in die

') Ausführlicheres siehe in KLnapp's chemischer Technologie. Bd. II, S. 630») Journ. f. prakt. Chem. Bd. L, S. 122. 8 ) Journ. f. pr. Chem. Bd. LV, S. 40.