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6 (1854) [P - R]
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Pechstein.

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Ungarns u. s. w. zum Theil als fas f reiner Pechstein, oder mehroder weniger verunreinigt durch fremde Mineraleinschlüsse, wie na-mentlich glasigen Feldspath (Rhyakolitll ?), Glimmer und Quarz, durchwelche er mitunter als Pechstein-Porphyr auftritt. In der Tha-randter Gegend (Spechtshausen, Braunsdorf, Waldhäuser), im Triebisch-thal !), bei Lommatzsch 2 ) und bei Zwickau 3 ) schliesst er Porphyrku-geln ein. Dieselben bestehen au3 einem gewöhnlich quarzhaltigen undsehr dichten Feldsteinporphyr, und werden in sehr verschiedener Häu-figkeit und Grösse von Erbsengrösse bis zu gegen 10 Fuss Durch-messer angetroffen. Der schwarze Pechstein-Porphyr von Spechts-hausen erhält durch das Auftreten äusserst zahlreicher, derartiger klei-nerer Kugeln und rundlicher Brocken, welche mit einer Einfassungvon rothem Eisenoxyd umgeben zu seyn pflegen, ein höchst eigenthöm-liclies Ansehn. Nach einer Analyse Erdmann's 4 ) bestehen diesesphäroidischen Fragmente, welche man früher für ein besonderes, demSpbärolith des Perlsteins ähnliches Mineral hielt, aus 68,53 Kieselerde,11,00 Thonerde, 4,00 Eisenoxyd, 8,33 Kalkerde, 3,40 Natron undKali, 1,30 Talkerde, 2,30 Manganoxydul und 0,30 Wasser (99,16),was der Zusammensetzung eines Feldstein- oder Eurit - Porphyrs ganzentsprechen dürfte. In einigen sächsischen Pechsteinen wurden auchmehr oder weniger scharfkantige und veränderte Bruchstücke von Por-phyr, Thonschiefer, Glimmerschiefer und Gneus beobachtet. Fernerenthält der Zwickauer Pechstein nicht selten Kugeln von Chalcedon (indenen mitunter auch Hornstein, Opal, Amethyst und Karneol auftreten),sowie in anderen Pechsteinen zuweilen Chalcedonadern angetroffenwerden. Besonders ausgezeichnet ist der Zwickauer Pechstein durchdas ziemlich häufige Vorkommen von Pflanzenresten in demselben,welche als sogenannte mineralische (faserige) Holzkohle darin ein-gemengt sind 5 ).

In Betreff ihrer geologischen Bildungsart haben wir diePechsteine oben bereits anticipirend als vulcanische Producto bezeich-net. Wenn auch die geognostischen Verhältnisse im Allgemeinen zueiner solchen Annahme berechtigen dürften, so erhalten wir dadurchdoch noch keine näheren Aufschlüsse über die specielle Pechstein-Ge-nesis. Zunächst stellt sich uns hierbei die anscheinend paradoxe That-sache entgegen, dass ein vulcanisches, glasig-schlackenartiges Productwie der Pechstein, einen so beträchtlichen Gehalt an chemisch gebun-denem Wasser besitzt. Obgleich, wie neuere Beobachtungen immerentschiedener herausstellen, alle geschmolzenen vulcanischen Massenmit einem grösseren oder geringeren Wassergehalte aus den Kraternhervorgehen, und diesen Wassergehalt theilweise auch während undnach der Erstarrung behalten, so bleibt doch ein so wasserreiches vul-canisches Gebilde von dem Charakter des Pechsteins gleichwohleine auffallende Erscheinung. Indem wir uns nach analogen Erschei-

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') Cotta, Geognostische Wanderungen, Bd. I. S. 40 u. S. 105.

2 ") Naumann, Erläuterungen zur geognostischen Charte des Königreichs Sach-

Heft 5, S. 196 (Wachtnitz).

8 ) v. Gutbier, Geognostische Beschreibung des Zwickauer Schwarzkohlengebir-

S. 94.

4 ) Siehe die oben eitirte Abhandlung.

5 ) v. Gutbier, 1. c. S. 96.