Pechstein.
103
1.
2. 3.
4.
5. 6. 7.
Kieselerde . . .
63,50
72,80 73,00
73,00
73,10 75,60 75,64
Thonerde
12,74
11,50 14,50
10,84
13,56 11,60 10,64
Eisertoxyd . . .
—
— 1,00
1,90
— 1,20 1,36
Eisenoxydul
3,80
3,03 —
—
0,86 —
Manganoxydul
—
— 0,10
—
— Spur 4,00
Kalkerde . .
4,46
1,12 1,00
1,14
1,48 1,35 2,50
Talkerde . . .
— 0,69 0,71
Kali.....
Natron ....
6,22
2,86 1,75
1,48
6 ~ 2 J2,77 3,30
Wasser ....
8,00
8,50i) 8,50
9,40
4,72 4,73 0,25
98,72
99,81 99,85
97,76
100,04 97,94 2 ) 98,40
(1) Pechstein
von der
schottischen
Insel
Arran, nach Thom-
s o n 8 ). (2) Olivengrüner
Pechstein von Newry in Irland, nach
Knox 4 ). (3) Pechstein aus dem Triebisclithale bei Meissen, nachKlaproth 5 ). (4) Desgleichen, nach Du ilenil 6 ). (5) Desgleichen,nach Thomson. (6) Licht haarbrauner Pechstein von ebendaher,nach Erdmann 7 ). (7) Schwarzer, obsidianähnlicher Pechstein vonBraunsdorf (Grumbach) bei Tharandt, nach Demselben.
Die zum Theil beträchtlichen Abweichungen, welche zwischendiesen Analysen stattfinden, haben ihren Grund wohl nicht bloss inder Unvollkommenheit der älteren analytischen Methode und in einerverschiedenen Zusammensetzung der Pechsteine verschiedener Fund-stätten, sondern theilweise auch wohl darin, da33 nicht immer vollkom-men frische und reine Stücke zur Untersuchung ausgewählt wurden.Selbst der stellenweise von ausgezeichneter Reinheit vorkommendeMeissener Pechstein bedarf einer sorgfältigen Prüfung vor seiner An-wendung zur Analyse. Nur die stark durchscheinenden — in dünnenSplittern fast durchsichtigen — harz- bis glasglänzenden Stücke, welchesich frei von Sprüngen und trüben Stellen zeigen, sind hierzu brauch-bar. Besonders der rothe Pechstein pflegt voller feiner Sprünge undAdern zu seyn, in welchem sich Eisenoxyd und andere mechanisch ein-gemengte Substanzen finden. Von der versäumten Beachtung solchenund ähnlicher Vorsichtsmaassregeln rührt vielleicht die eigenthümlicheAngabe von Knox her, dass er aus dem Pechstein von Newry in Ir-land etwa 3 Proc. eines eigenthümlichen organischen Stoffes erhaltenhabe, welchen er mit einer Auflösung von Nicotin in Steinöl vergleicht.Dieser Stoff wurde bei der Erhitzung jenes Pechsteins bis zur Weiss-gluth in einer Glasretorte (ebensowohl wie in einer eisernen Röhre)als Destillation.--Product erhalten und bildete eine weingelbe, auf Was-ser schwimmende Flüssigkeit vom Gerüche des Tabackschmirgels, leichtentzündbar und beim Verbrennen ähnlich wie Steinöl riechend. Aus-serdem entwickelten sich bei dieser Destillation Wasser, Kohlensäure,
') Nebst Bitumen.
-I In R ammelsberg's Handwörterbuch und in mehreren mineralogischen Hand-uud Lehrbüchern ist die Summe der Bestandtheile — 103,94 angegeben, was aufeinem Irrthume beruht, indem statt 0,69 Talkerde gesetzt wurde 6,69 Talkerde.
3 ) Outlines of Mineralogy I, 392. Auch in Bezug auf die Analyse (5).
4 ) Edinb. Journ. of Science XIV, 382. Berz. Jahresb. IV, 167. Annal. dechim. et de phys. XXII, 44 (1823).
5 ) Beiträge III, 257. — 6 ) Schweigg. Journ. XXVI, 387.
0 Journ. f. techn. u. Ökonom. Chem. XV. 32 — 42 (1832). r. Leonhardu. Bronn's Jahrb. 1837, S. 195. Auch in Bezug auf die Analyse (7).
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