Palladamin.
Palladium.
Palladamin, Palladdiamin s. Palladiumbasen.
Palladium i). Einfacher, zu den Schwermetallen gezählterKörper. Wurde 1803 von Wollaston entdeckt, später aber, hin-sichtlich seiner Verbindungen, von Berzelius genauer untersucht.Chemisches Zeichen: Pd. Atomgewicht: 665,477 (Berzelius).
Das Palladium findet sich gediegen in einzelnen Körnern, gernengtmit den Körnern des brasilianischen Platinerzes, sowie auch als Legi-rung im Platinerze von Peru und vom Ural. In viel grösserer Mengekommt dieses Metall jedoch vor, legirt mit Gold, im Goldsande vonZacotinga und Condonga in Brasilien, worin dasselbe bis zu 5 — 6Proc. enthalten ist; ferner in dem Oro pudre von Porpez in Südamerika,einer Legirung von Gold, Palladium (10 Proc.) und wenig Silber.Nach Zinken kommt es auch mit Selen am Harz vor.
Das Verfahren zur Darstellung des Palladiums ist verschieden, jenachdem man das Metall aus dem Platinsande oder aus dem Gold-staube gewinnen will. Im ersteren Falle löst man den Platinsand inKönigswasser, neutralisirt, nach Wollaston, die freie Säure undschlägt durch Zusatz von Cyanquecksilber das Palladium in gelblich-weissen Flocken von Cyanpalladium nieder, welches letztere durchGlühen in metallisches Palladium verwandelt wird. Nach V a u q u e -lin verdünnt man die Lösung in Königswasser mit der zehnfachenMenge Wassers, schlägt den grössten Theil des Platins durch Salmiakals Platinsalmiak, und aus dem Filtrate die übrigen Metalle durchEisenblech, als ein schwarzes Pulver (Red) nieder. Die durch dasEisen ausgeschiedenen Metalle werden in Königswasser wieder auf-gelöst. Die überschüssige Säure wird langsam verdampft und daraufmittelst Cyanquecksilber das Palladium als Cyanpalladium gefällt, ausdem man durch Glühen reines Palladium erhält.
Nach einem ausführlicheren Verfahren von Berzelius wird derPlatinsand, nachdem er auf mechanischem Wege von fremden Kör-nern möglichst befreit worden ist, in Königswasser gelöst, das Osmiumtheils als Osmiumsäure verflüchtigt, theils als Schwefelosmium nieder-geschlagen, das Filtrat mit der doppelten Menge Weingeist von 0,833specif. Gewicht, und dann so lange mit einer gesättigten wässerigen Lösungvon Chlorkalium versetzt, als noch ein Niederschlag entsteht. Dieserenthält neben Chlorplatin - Chlorkalium und Chloriridium - Chlorkaliumnur sehr geringe Mengen der entsprechenden Doppelsalze von Palladiumnebst Rhodium. Das weingeistige Filtrat, welches hauptsächlich Pal-ladium, Rhodium, Eisen und Kupfer enthält, sättigt man mit Schwefel-wasserstoffgas und lässt das Ganze 12 Stunden an einem warmen Ortein einer wohlverschlossenen Flasche stehen. Der entstehende Nieder-schlag, bestehend aus Schwefelpalladium, Schwefelrhodium, Schwefel-kupfer und möglicher Weise einer geringen Menge Schwefeliridium,wird, noch feucht, in einem Platintiegel so lange geröstet, als noch eineEntwickelung von schwefliger Säure bemerkbar ist, und die gerösteteMasse darauf mit concentrirter Chlorwasserstoffsäure ausgezogen, wo-
') Literatur: Aunal. der C! em. u. Pharm. Bd. XXXIX, S. 110; Bd. XL, S 290;Bd. XLIX, S. 236; Bd. LXIV, S. 260. — Jahresbericht vor. Lieb ig und Koppfür 18 47 /, 8 , S. 485. — Gmelin's Handbuch der Chem. Bd. III, S. 771.
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