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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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Nachträge.

eine sehr spitzige Feder führte, hierüber an Liebig sehrieb:Das Bebthe-LOTsche Buch ist freilich an sich so jesuitisch abgefaßt, daß selbst füroberflächliche Fachleute der Anschein entstehen kann, als hätte es vor ihmnoch gar keine wissenschaftliche organische Chemie gegeben, als sei nichtsvon der künstlichen Bildung organischer Verbindungen aus den Elementenbekannt gewesen 1 )." An eine Berichtigung war natürlich auch in diesenFällen nicht zu denken; denn es gehörte zu den Absonderlichkeiten Bee-thelots, selbst ganz offenbare Irrtümer, in die ihn weniger gründlicheArbeiten und hartnäckig festgehaltene rückständige Ansichten wiederholtverstrickten, nicht, nicht in offener Weise, und auch nicht ohne weitereszuzugestehen, sie vielmehr durch Ausflüchte und Hypothesen aller Artso lange als möglich zu bemänteln 2 ). In diesem Sinne schreibt der berühmteChemiker Wubtz, der viele Jahre lang Berthelots Kollege, und oft inwissenschaftliche Streitigkeiten mit ihm verwickelt gewesen war, an Van'tHofe, als dieser eine unrichtige Beschuldigung Berthelots zurückwies,von ihm aber keinen Widerruf erlangen konnte:Herrn Berthelot müssenSie gänzlich einkreisen, sonst wird er sich in der Richtung der Tangentedrücken" (ä M. Bebthelot il faut etre tres-serre, sans cela il s'6chapperapar la tangente) 3 ).

In den Studien des frühverstorbenen, scharfsinnigen Wiener Kunst-historikers Kallab *) über die Biographien des Vasart (15121574), indenen er auch gewisse Auffassungen Thodes gegenüber jenen Jtjstis aufdas Entschiedenste verurteilt, finden sich Sätze, die vollkommen demAusdruck geben, was auch als Zweck der vorstehenden Ausführungen zubetrachten ist. Sie lauten:Diese Darlegungen sind gewiß sehr hart undscharf; aber sie nehmen augenscheinlich die Sache aufs Korn; ....nirgends ist wohl Patriarchentum weniger am Platze und schädlicher alsin der Wissenschaft B )."Vasari zitiert Autoren, Urkunden und Ge-währsmänner, aber so, daß durch die Zitate das, was er aus ihnen ent-nommen hat, verborgen wird; . . . nicht immer ist er dabei völlig naivund bona fide verfahren; jedenfalls läßt er sich von dem Vorwurfe, ausEitelkeit seine Hauptquellen absichtlich verschwiegen zu haben, nichtreinwaschen 6 )." Ebenso paßt zumeist wörtlich auf Bebthelots Text-ausgaben und auf die Ergebnisse, die die Art seiner Zusammenarbeit mitRtjelle, Dtjval und Hotjdas zeitigen mußte, was Ruska imSteinbuchedes Aristoteles" 7 ) über die mineralogischen Schriften Clement-Mulletssowie über die Zusammenarbeit De Melys und Cotjrels sagt:Das Durch-

J )Aus J. Liebigs und Fr. Wöhlers Briefwechsel", ed. Hofmann (Berlin1888) 2, 145; Brief vom 13. Oktober 1863.

2 ) s. hierüber den Nekrolog Graebes (Berichte der Deutschen ChemischenGesellschaft" 41, 4805), der übrigens, bei solchem Anlasse, derlei Schwächen desgroßen Mannes nur milde andeutet. Vgl. E. v. Meyer (M. G. M. 9, 514) über diePolemik mit Thomson betreff der Thermochemie, als deren Schöpfer sich Berthelotebenfalls ausgab.

3 ) Cohen, J. H. van't Hoff" (Leipzig 1912) 119, 125, 137; Brief vom 26. Juni1877. 4 )Vasari- Studien", ed. Schlosser (Wien 1908).

6 ) a. a. 0., Vorr. 33. 6 ) ebd. 398. ') Heidelberg 1912.