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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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Nachträge.

Noch erheblich schlechter als Kopp fahren bei Berthelot seineLandsleute Hoefer und Chevreul. Anfänglich kann man zwar HoeeersgelehrteHistoire de la Chimie" x ) ebenfalls noch mit Nutzen einsehen,und sie enthält einige interessante Figuren 2 ); der Verfasser sprach in ihrvon den griechischen Texten, und gab einige Auszüge und Übersetzungen 3 ), in Wirklichkeit nehmen die griechischen Texte 12 Seiten ein 4 ), dieInhaltsangaben der Pariser Manuskripte 43 5 ), und die Anweisungen zuihrer Herausgabe, die Berthelot nur zum Teil befolgte, 4 6 ). Späterheißt es, Hoeeer sei oberflächlich und unzuverlässig, seiner Meinung z. B.,der Satz des DioskuridesQuecksilber finde sich iv /LieraXloig" sei al-chemistischen Inhaltes, habe sich Berthelot anfangs angeschlossen')(ohne Hoeeer zu nennen!), sie aber bei weiterem Nachdenken als falscherkannt 8 ) (wobei dann Hoefers Name hervortritt); Hoeeer druckte denMarcus Graectjs fehlerhaft, schlecht und als neu ab, weil er, entgegenBerthelot, die Veröffentlichung des Porte du Theil [die aber nur einPrivatdruck war!] übersehen hatte 9 ), wobei jedoch unerwähnt bleibt,daß schon Kopp diese kannte und die Verschiedenheiten der Manuskripteerörterte. Schließlich hat Hoeeer gar keine wirkliche Sachkenntnis,sondern schreibt den alten Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts nach 10 )und ist ein unerfahrener Phantast, der überhaupt von Cliemie fast nichtsverstand 11 ). Auch wenn man weiß, daß Hoeeer die alte, sehr reich-haltige und genaueGeschichte der Chemie" von Gmelest 12 ) höchst aus-giebig benützte 13 ) und den Schriften Chevreuls viele Einzelheiten ent-nahm 14 ), erscheint ein solches Urteil durchaus befangen und äußerst un-gerecht; freilich aber war Hoeeer, der Freund Alexander von Hum-boldts und Übersetzer seiner Werke, ein durchaus selbständiger, demCliquenwesen zeitlebens völlig fernstehender Mann, dem daher im offiziellenPrankreich ungefähr die nämliche Behandlung zuteil wurde wie vor ihmGerhardt und nach ihm Tannery. Über Chevreul, der in Prankreichfür die Geschichte der Chemie durch seine langjährigen und eingehendenArbeiten zweifellos das Bedeutendste vor Berthelot leistete 15 ), findetdieser überhaupt nichts zu sagen, geht selbst in der biographischen Dar-stellung, die das BuchScience et libre pensee" 16 ) enthält, auf diese Seiteseiner Tätigkeit nicht ein und erklärt sie also hiermit für der Erwähnunggar nicht wert.

Was übrigens diealten Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts"sowie ihre Nachfolger betrifft, so sind deren Kenntnisse und Leistungen,wie Berthelot selbst am besten wußte, keineswegs gering anzuschlagen.In dem Absätze derOrigines" über die von Vorgängern herrührendenStudien und Veröffentlichungen betreff der griechischen Alchemisten "),sowie an einigen anderen Stellen seiner Werke, sagt er von ihnen allerdingsnur, sie hätten die Titel der griechischen Urschriften und auch diese selbst

x ) Paris 1866. 2 ) Or. 3, vgl. Vorr. 10; Coli. I, 129. 3 ) Or. 106.

*) Hoefeb 1, 524 ff. 5 ) ebd. 1, 254 ff. 6 ) ebd. 1, 297 ff. ') Or. 68.

8 ) Coli. I, 27. 9 ). II, 99. 10 ) Ma. II, 92. «). II, 4.12 ) Göttingen 1797. 13 ) B. Kopp,Moniteur scientifique" (1845) 4, 131.14 ) Vgl. Chevbeul, ebd. 322.16 ) Kopp,Beitr." 3, 45;Alch." 2, 183. l6 ) Paris 1903. 17 ) Or. 104 ff.