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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
Frühzeitig kommen auch übertragene Bedeutungen vor: die Arkaderin' Av&s/j,6vrj (Anthemone) nennt die Sage als Geliebte des Aineias x ) ;'Av&Efioeoaa (Anthemoessa) heißt bei Hesiod und 'Av&e/xodrj (Antiie-mode) bei Eubipides die Blumige, Blühende 2 ); dem äv&e/.wv (Anthemon)gleichen die Verzierungen eines Schildes 3 ) sowie die Zweige der Korallenbei Pindae (522—442) 4 ); xQidv&s/j,ov (Krianthemon) ist der als „Widder-horn" bekannte Edelstein 6 ). Während der hellenistischen Periode undinsbesondere bei den alexandrinischen Chemikern wird die Entwicklungder Krystalle durchaus jener der Pflanzen gleichgesetzt 6 ), Mineralien,Metalle und Edelsteine wachsen und wachsen nach, es gibt Krystall-Keimeund -Samen, Krystalle schießen auf oder an, sind aufgewachsen oder ver-wachsen, erscheinen blättrig und stenglig, baumartig (dendritisch) undverzweigt, oder blühen aus (effloreszieren) 7 ); als Blüten des Mineralreiches 8 ),im Sinne des Besten und Herrlichsten, erscheinen insbesondere die Edel-steine, deren Kostbarster, der Diamant, daher als „Blüte oder Blüten-knospe des Goldes" (%qvoov äv&og; auri nodus) angesehen wird 9 ).
Bezeichnungen wie „Blüte des Silbers oder Bleies" (ägyvQov äv&og)für gewisse feine und glänzende Silber- oder Bleiglätten 10 ), „Blüte desKupfers" {y^akuov äv&og) für das lebhaftrote Kupferoxydul 11 ), „Kupfer-blüte" (jdlxav&og, %dlxav&i,g) für den blauen Kupfervitriol 12 ), „Auf- oderAusgeblühtes aus Chalkitis" (in-, Hdv&io/j,a %alxixeu)g) fürMisy 13 ), ferner„Blüte des Salzes, des Öles, des Mehles" usf., finden sich sehr allgemeinvon den hippokratischen Schriften an bis zu jenen des Diosktjeides undGalenos; aus diesen und ihren griechischen Quellen wieder entlehntendie römischen Autoren, wie schon Cato (um 200 v. Chr.) 14 ), SceibonixjsLargtjs (um 50 n. Chr.) 16 ), Plinius und viele andere ihr flos salis, olei 16 ),picis, aeris, siliginis, lapidis assii (Blüte des Salzes, Öles, Pechs, Kupfers,Mehls, assischen Steins) u. dgl. mehr. Auch die griechischen Alchemistensprechen von äv&og 11 ) (Blüte = Farbstoff aus Anchusa, Safran usf.), äv&ogälög (Salzblüte) 18 ), älag äv&iov (ausgebrühtem Salz) 19 ), äv&og %alxov(Blüte des Kupfers, Kupferoxydul) 20 ), %dlxav&og oder xaldxav&og (Kupfer-
!) Rossbach, PW. 1, 2369; Schiemeb, Ro. 1, 368.
2 ) Hbsyohios, „Lexikon", ed. Schmidt (Jena 1867) 161.
3 ) Eriedlaendeb 3, 336. 4 ) Blümneb 2, 378.
5 ) PlETSCHMANN, PW. 1, 1857. 6 ) LiPPMANN, „Abh." 2, 256.
7 j Noch bei den Arabeirn, die diese Anschauungen aufnehmen, werden dieKrystalle, z. B. die des Kandiszuckers, mit Nabät = Pflanze bezeichnet (Lippmann,a. a. O.; „Geschichte des Zuckers", Leipzig 1890, 101). Ebenso dürfte der Name„Kraut" (kruyd) für das neuentdeckte Schießpulver zunächst dem krystallisiertenSalpeter zugekommen sein.
8 ) Vgl. unsere Eisen-, Kobalt-, Zink- und Arsen-Blüte, die Schwefel-, Zink-,Benzoe-Blum.cn, den Blei- und Kupferbaum, u. dgl. mehr.
9 ) Bei Plinius, lib. 37, cap. 55, und Pollüx (Krause, „Pyrgoteles", Halle1856, 10); Rossbach, PW. 7, 1101. 10 ) Hippokbates. üb. Euchs 3, 291.
u ) Iseaelson, „Materia medica des Galenos" 172. 12 ) Nies, PW. 2, 2136.
13 ) Bei Galenos: s. Hippokbates, a. a. O. 3, 295, und Isbaelson, a. a. O. 166.
14 ) Lippmann, „Abh." 2, 257. 16 ) a. a. O. 79, 91, 93, 95, 98; 20.16 ) Vgl. Sudhoff, „Papyrus-Urkunden" 23. 17 ) Coli. II, 4 ff.
«) Coli. II, 54 und „Lexikon", i») ebd. 5.
20 ) ebd. 45; daher auch die „Blumen des Kupfers und Bleies" der „Compositioneead tingenda .-. ." (Ma. II, 14).