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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
entgegen Karos Ansicht x ), um 2500 schon reich an Bronze-Geräten, -Ge-fäßen und -Waffen; nur die Spitzen der dortigen Pfeile sind nicht ausBronze gefertigt, sondern aus dem Obsidian der vulkanischen Insel Melos 2 ).
Zu Troja findet sich Bronze, wenngleich vereinzelt, schon in sehrtiefliegenden Schichten, und ist anfangs arm an Zinn 3 ); um 2500 ist bereitsviel Bronze und solche von 8—11% Zinngehalt vorhanden 4 ), um 2000treten Schmucksachen (auch gelötete) und getriebene Gefäße auf 5 ) und um1500, in der sog. homerischen Schicht, mannigfaltige Geräte und Waffen 6 ).
Das mykenische Zeitalter (um 2000) war mit der Verarbeitungder Bronze durchaus vertraut, namentlich auch mit der Herstellung größarerGegenstände in Hohlguß 7 ); der Gehalt an Zinn ist sehr wechselnd, kauml°/ 0 bei einem Kessel aus Mykene 8 ), 5,5°/ 0 bei einem Schwert und 9,5%bei einem Szepter (?) ebendaher 9 ), dagegen 10—13% bei Fundstückenaus Tiryns 10 ). Nach einigen Forschern waltet hierbei der Zufall, nachanderen sollen die zinnreichen Geräte durch die Phönizier eingeführt sein n );die Herstellung kleinerer Gußsachen dürften diese schon sehr frühzeitigverstanden haben, und jedenfalls reichte ihre Erfahrung aus, um ihnenim 11. Jahrhundert den Guß der gewaltigen Bronzesäulen vor dem Tempelzu Gades (der sog. Säulen des Herkules) zu ermöglichen, und im 10. Jahr-hundert den der Prunkstücke im Tempel Salomons, wobei sie Tonformenbenützten 12 ). Unter mykenischem Einflüsse standen auch die Inseln desöstlichen Mittelmeeres sowie Sizilien 13 ); betreffs ersterer ist dem weiteroben Gesagten noch hinzuzufügen, daß in Oypern die einheimischen Er-zeugnisse auch während dieser Zeit noch die alten Formen beibehieltenund daher durchaus archaisch erscheinen 14 ), während sich in Kreta starkebabylonische Einflüsse geltend machten, deren Spuren auch die Bronze-Barren von 1 / 4 , 1 / 2 und 1 Talent babylonischen Gewichtes verraten 15 ).
Unter den Griechen lernten die Bronze zuerst jedenfalls jene Kleinasiens kennen, woselbst man gegen Ende des 10. Jahrhunderts z. B. inEphesus schon Zahlbarren (ohne Prägung) in Gold, Silber, Elektron, Bronzeund Blei besaß 16 ) und wo auch der Hohlguß um diese Zeit längst in An-wendung stand, so daß dessen „Erfinder", Theodoros und Rhoikos vonSamos (6. Jahrhundert), von denen Pausanias und andere erzählen, inWirklichkeit wohl nur die Verbreiter waren 17 ). Das nämliche gilt betreffsder Bronze selbst, die nach den „Wunder-Geschichten" des Psetjdo-Aristoteles ein Lyder Skythes, nach Theophrastos ein Phryger Delas,und nach den „Fabulae" des Hygintjs der Phönizier Kadmos zu Theben
J ) Karo, a. a. 0. 2 ) Ed. Meyer, a. a. O.; Hoernes, a. a. O.
3 ) ders., „Alt." 2, 120ff.; Sohrader, „R. L." 731.
*) Ed. Meyer, „Alt." 1, 664 ff. *) Hoops 1, 315 ff.
«) Forrer, „R. L." 850. 7 ) Blümner, PW. 6, 607. 8 ) Lippert, a a. O. 230 ff.
9 ) Rhoüsopoulos, „KAHMAUM-Gedenkschrift" 173. 10 ) Lippert, a. a. O.
ll ) Ed. Meyer, „Alt." 2, 130, 156ff.
la ) Gsell, 35 78; Feldhaüs, „Technik" 144. — Nach arabischen Quellen wardie berühmteste der „Säulen des Herkules" ein Riese aus Messing mit ungeheurerKeule, der erst im Jahre 1145 völlig zerstört wurde (Seybold, „Enzykl. d. Islam"1, 845). 13 ) Fiechter, PW. la, 965; Hoernes, „Urzeit" 2, 76.
14 ) Ed. Meyer, „Alt." 2, 219 ff. 15 ) Nilsson, A. Rel. 14, 425.
16 ) Karo, a. a. O. 17 ) Blümner, PW. 6, 607.