5. Bronze.
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irische kennt den nämlichen Ausdruck „aes rubrum", neben diesem trittaber auch „aes cyprium" auf, das sich z. B. bei Vitruv findet, ferner ,aesC3'preum" (oft beiPiJNius), „aes cyprinum" und „aes cupreum"; „cuprum"allein (ohne aes), sowie „cuprinus" (= kupfern), kommen dagegen erst beisehr späten Schriftstellern vor, z. B. bei Spaetianus (4. Jahrhundert),bei Palladius, und einigen anderen von Rossignol x ) und Blümner 2 )aufgezählten Autoren, denen noch der Arzt Caelius Aurelianus (5. Jahr-hundert) anzureihen wäre, der an einer Stelle „lepida cyprina" (Kupfer-Schuppen) vorschreibt 3 ). Die späte Nachweisbarkeit einer Vokabel inder Litteratur erbringt freilich keine Entscheidung über ihr Alter, es wirdz. B. kaum jemand voraussetzen, daß das Wort vitrum = Glas, für dasbisher Cicebo der früheste Gewährsmann sein soll, erst zu seiner Zeitplötzlich aufgetaucht sei; so wird wohl auch, neben vielen anderen als cypri-sche bekannten Erzeugnissen, das cyprische Erz, aes cyprium, cypreum,oder cupreum, im Sinne von Kupfer, dem Volksmunde längst vertrautgewesen, und in der Vulgärsprache abgekürzt „cuprum" genannt wordensein, worauf u. a. die Bezeichnung der elg xvjiqov (in Ky'pron, in Kupfer)Arbeitenden im Maximaltarife des Diokletian von 301 hinweist (s. obenS. 274). In ganz ähnlicher Weise ging z. B. der (nicht von Cypern abzulei-tende) Name der Cypresse, der noch bei dem höfischen Vebgil „cyparissus"lautet 4 ), nach Beginn der Kaiserzeit, und anscheinend gerade unter An-lehnung an „cuprum" ganz allgemein in „cupressus" über, war jedochschon weit früher in dieser Gestalt gebräuchlich, was sich hier rein zu-fällig aus einem Verse des Ennius (239—169 v. Chr.) belegen läßt 5 ). —Nichts zu tun hat „cuprum" mit dem von Varro als sabinisch überlieferten„ciprum" = gut 6 ) und mit den etrurischen Städtenamen Cupra maritimaund montana; diese selbst führt man wieder auf eine Göttin Cupra zurück,in der man bald die griechische Kypris erblicken wollte, bald die römischeJuno, weil nach Pausanias 7 ), der aber hierin schon völlig den synkretisti-echen Anschauungen folgt, Hera auch Aphrodite genannt worden sei 8 ).— Unter den romanischen Sprachen besitzt nur die französische das voncuprum abgeleitete cuivre; die übrigen nahmen das vulgär-lateinische„aeramen" (etwa = Kupferzeug) auf und bildeten, wie z. B. das italienische„rame" zeigt, ihre Ausdrücke aus diesem.
5. Bronze.
Die Geschichte der Bronze, der Legierung von Kupfer und Zinn, istauf das Innigste mit jener dieses letzteren Metalls verknüpft, auf die jedoch
*) Rossignol, a. a. O. 269 ff.; dort auch die übrige Litteratur.
2 ) Blümner 2, 231; 4, 57. ») ed. Amman (Amsterdam 1709) 484.
*) „Aeneis", Ges. 3, Vers 680.
5 ) Olck, PW. 4, 1909. Wenn z. B. im 16. Jahrhundert Caesalpinus, der sicheiner sehr gewählten Sprache befleißigt, vom „aes ouprinum" redet („De re metallica",Nürnberg 1662; 79), so folgt daraus auch nicht, „cuprum" sei damals noch unbekanntgewesen. «) Hülsen, PW. 4, 1761. 7 ) lib. 3,'cap. 13.
8 ) Olck, PW. 4, 1929; Hömr, Ro. 2, 1713; Nobk, „Festkalender" (Stuttgart1847), 246.