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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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Spätere Araber.

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Wie aus den vorangehenden Abschnitten ersichtlich ist, erlangte diearabische Litteratur über Alchernie bereits im Verlaufe des 8. und 9. Jahr-hunderts einen überraschend großen Umfang. Der nähere Einblick inihren Werdegang bleibt freilich derzeit noch verschlossen: „zu einer wirk-lichen Geschichte der Naturwissenschaft und der Medizin im islamischenKulturkreise fehlt uns noch fast alles", ist ein leider durchaus zutreffenderAusspruch Ruskas in seiner ausgezeichneten Ausgabe und Übersetzungdes sog. „Steinbuches des Aristoteles" 1 ).

Unter diesen Umständen ist es von hoher Bedeutung, daß wir wenig-stens ein Verzeichnis jener Autoren und ihrer Schriften besitzen, die manim 9. und 10. Jahrhundert als die maßgebenden ansah. Erhalten ist es unsin dem schon wiederholt erwähnten, hervorragend wichtigen SammelwerkePihrist", d. i. „Kitäb al Pihrist" (= Buch des Verzeichnisses), dessenVerfasser' der gelehrte Ibn Abi Ja'qub Alnadim war. Älteren Autorennach starb er 850 oder um 850, sein Werk erfuhr aber nachträglichErgänzungen und Einschübe (wie schon aus der Tatsache hervorgeht,daß es noch den als Arzt weltberühmten Alrazi anführt, als dessenLebenszeit bald 850—923 oder 932, bald 860—940 angegeben wird) undgelangte, nach einer ihm selbst zu entnehmenden Bemerkung, erst im Jahre987 zum endgültigen Abschlüsse 2 ); neuerdings gibt aber Brockelmann,der die Schreibung Mohammed ibn Ishaq an Nadim vorzieht, als Todes-jahr erst 996 an, d. i. acht Jahre nach der 988 erfolgten Vollendung des„Filmst" 3 ).

In seinem Kapitel über Alchernie berichtet der „Pihrist" *), daßzwar einige die Erfindung dieser Kunst den Griechen, Persern, Indernoder Chinesen zuschreiben, daß sie aber in Wirklichkeit von den Ägypterngemacht wurde, deren Pyramiden nichts anderes als große chemischeLaboratorien waren, und bei denen allein auch eine ausgedehnte chemischeLitteratur besteht 8 ). Begründet wurde diese nach Versicherung allerAlchemisten, d. h. der Silber- und Gold-Macher, durch Hermes, einenBabylonier, der ursprünglich zu Babylon Hüter eines der sieben Tempelder sieben Planeten war (wohl des dem Hermes oder Merkur geweihten),nach der Völker-Zerstreuung sich aber zu Misr (Ägypten) in Memphis an-siedelte, dort als König und Philosoph regierte, die Metalle transmutierteund Talismane anfertigte; die Kenntnis dieser Geheimwissenschaftenist jedoch einige Jahrtausende älter als die erste Niederschrift durchHermes, denn nach Alrazi offenbarte Gott das große Werk schon demMoses, dem Aaron und einigen anderen Würdigen 6 ). — An diese wirren,sichtlich einer späten Zeit angehörigen Sagenbildungen schließt der „Pihrist"ein Verzeichnis von 51 der berühmtesten „Philosophen" an 7 ), beginnend

x ) Heidelberg 1912, Vorr. 5.

2 ) Chwolsohn 2, Vorr. 19; A. MjJlleb, .,Die griechischen Philosophen in derarabischen Überlieferung" (Halle 1873) 3; Leclerc 1, 196 ff.; 2, 496.

3 ) „Geschichte der arabischen Litteratur" (Leipzig 1901) 111.*) Bebthelot, Mä. III, 26 ff.

6 ) ebd. III, 40. Nach Ruska spricht der arabische Text nur von „Häusernder Weisheit".

«) Mä. III, 27 ff. ') ebd. III, 28 ff.