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4. Abschnitt: Die Alchemie im Orient.
auf Ladschiwerd, Margarita auf Merwarid, Bezoar auf Päwzahr (armenischFadzuhr) usf. 1 ), ebenso wohl auch Türkis auf Turkesa 2 ), sind daher dieersteren sämtlich zu streichen 3 ). Wirklich dem Persischen entlehntearabische Worte sind hingegen z. B.: Füläd (Stahl), Zindschar (Grünspan),Usrub und Rasäs (Blei, Zinn), Isfidädsch (weißes Wasser = Bleiweiß), Mar-tak (Bleiglätte; das mittelpersische Wort hat sich im Arabischen erhalten),Usrundsch (Mennige), Sifr (Messing), Zundschufr (Zinnober) usw. *).
4. Syrische Schriften.
Die vielfachen und in hellenistischer Zeit ganz besonders engen Be-ziehungen zwischen Ägypten und Syrien machen es sehr wahrscheinlich,daß in letzterem Lande auch die alchemistischen Lehren bereits frühzeitigeine Stätte fanden, ja den nach Westen vordringenden Arabern zuerstschon dort bekannt wurden 5 ). Mit Recht betonte daher, wie dies bereitsoben bei Besprechung des Pseudo-Demokbitos Erwähnung fand, der be-rühmte Orientalist G. Hoeemann schon 1884 die Wichtigkeit der ein-schlägigen früh-syrischen und -arabischen Handschriften (namentlich derin London und Cambridge vorhandenen) und deren Unentbehrlichkeit zurAufklärung der anfänglichen Geschichte der Chemie und Alchemie. Ebensowurde weiter oben auch erwähnt, daß Beethblot, dem gegebenen Finger-zeige folgend, Düval und Hoxtdas zur Herausgabe und Übersetzung zweierder bedeutsamsten dieser Manuskripte veranlaßte; sie erwiesen sich teilsals vermutlich dem. 7.—9. und 9.—10. Jahrhunderte angehörige Kompi-lationen 6 ), teils als dem 9.—10. und 10.—11. Jahrhunderte entstammendeÜbersetzungen aus dem Griechischen, die vieles sehr Alte, aber auch sovieles von weit späteren Autoren Zugefügte und Eingeschobene enthalten,daß ihr eigentlicher Sinn oft arg verdunkelt, oft auch bis zur gänzlichenUnerkennbarkeit entstellt erscheint. Da die Niederschriften der jetzt vor-
x ) 31; 43, 44. 2 ) 151.
3 ) Nach Diels („Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung" 1916, 203)könnte heutzutage die Etymologie Dschemest-Amethyst „nur Heiterkeit erregen",da Amethyst fraglos ein echt griechisches Wort ist; Smaragd, (o)ftdQaydos, stammtnach Diels aus dem Indischen und im Indischen vielleicht aus einer semitischenSprache, während es Schbadeb, („Sprachvergleichung und Urgeschichte", Jena 1907,78) unmittelbar mit Markata in Verbindung bringt; tatsächlich ist nach Hommel(„Gesch. des alten Morgenlandes" 74) die Bezeichnung „Su-Marchaschi" = Steinvon Marchasch oder Margad" in Babylonien und Assyrien schon um 1450 v. Chr.nachweisbar. — Mit Marchaschi hängt vermutlich auch der Name „Markasit" zu-sammen. — Schmidt ist der Ansicht, daß Namen wie Amethyst, Smaragd, Arsen,u. dgl., durch Vermischung oder Vertauschung orientalischer Fremdworte mit ähnlichklingenden griechischen Vokabeln entstanden, also durch Umformung oder Umdeutungvermöge sog. Volks- oder Pseudo-Etymologien („Kulturhistorische Beiträge", Leipzig1912; 2, 73; „Realistische Stoffe im humanistischen Unterricht", Leipzig 1913; 5, 29,147, 148; 108).
4 ) 44; 138, 182; 138. Eine Liste der arabischen, hebräischen und lateinischenSynonyma: 53, 74 ff.
6 ) S. den vorhergehenden Absatz.
°) Diels versetzt sie zum Teil schon in das 5. bis 6. Jahrhundert („AntikeTechnik", Berlin 1914; 109).