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4. Abschnitt: Die Alchemie im Orient.
von den zauberhaften, magischen und medizinischen Wirkungen der Mine-ralien die Rede, wie sie sich z. B. schon bei Dioskttrides geltend machen,bei Plinixis bereits vorherrschen und die Schriften der hellenistischenSpätzeit, z. B. die dem Orpheus zugeschriebenen „Lithika", die „Kyra-niden" u. dgl., völlig erfüllen x ). Im wesentlichen beschränken sich dieKenntnisse des Theophrastos 2 ) auf die Silber, Kupfer, Eisen und Bleiführenden Erze; auf Malachit und Lasur, Oker und Rötel, gelbes und rotesArsen; auf Bleiweiß, Grünspan und Zinnober, sowohl den natürlich vor-kommenden aus Spanien und Kolchis, als auch den „künstlichen", d. h.künstlich aufbereiteten, den Kallias aus dem „Sand" der ephesischenSilbergruben durch wiederholtes Pochen und Waschen als rotes, prächtigglänzendes Pulver darstellte; ferner auf „Magnetis", ein silberglänzendes,vom Drechsler zu bearbeitendes Gestein (wohl eine Art Glimmer oderTalk), sowie auf den für ein Mineral angesehenen Bernstein, der Elektronoder Lynkurion genannt wird. [Die schon im Altertume weitverbreiteteAnschauung, „Lynkurion" sei der zum Stein verhärtete Harn (ovqov,Uron) des Luchses (My£, Lynx), erklärt sich aus einer Mißdeutung desNamens der Lingurier oder Ligurer, in deren Gebiet eine der uralten nord-und zentraleuropäischen Handelsstraßen, auf der u. a. auch der Bernsteinbefördert wurde, die Küste des Mittelmeeres erreichte.]
Von den über siebzig im „Steinbuche des Aristoteles" besprochenenMineralien sind besonders die nachstehenden, als auch für die alchemistischeLitteratur wichtig, hervorzuheben: Schwefel, der als gelber, roter undweißer auftritt 3 ). — Arsen, Zarnik, Zirnich [d. i. Schwefelarsen], findetsich als gelbes und rotes, gibt beim „Verkalken" eine weiße, tödlich giftigeMasse [d. i. Arsenigsäure], färbt das Kupfer weiß, eignet sich als Zugabefür Eeuerwerkssätze (opera ignea) und liefert mit Kalk, Nura, vereintein treffliches Enthaarungsmittel 4 ). — Magnesia ist [im Sinne von Braun-stein] unentbehrlich für die Glasmacher 5 ), färbt auch den Billaur oderBellor, aus dem man Gefäße und Brenngläser macht [d. i. eigentlich Berg-krystall, hier wohl ein Krystallglas ] 6 ); Magnesia benennen viele aber auchden schwefelhaltigen Androdämas [= Pyrit] 7 ), sowie den glänzenden,Gold und Silber führenden Markasit [= Pyrit, Kupferkies usf.], von demes sehr zahlreiche Arten gibt 8 ). — Ithmid, auch Itmad, Ezmit, Azmat, istStimmi [d. i. Schwefelantimon, zuweilen auch Schwefelblei, also Antimon-oder Bleiglanz] 9 ). — Tutia [d. i. wesentlich Zinkoxyd] kommt in vielen,bald weißen, bald gelben oder grünen Sorten an den Seeküsten von Hindund Sind [d. i. des nordwestlichen Indiens und des südöstlichen Persiens]vor und ist auch ein vorzügliches Augenheilmittel 10 ).
Aus Kalkand (yälxav&oc,, Chalkanthos) und Kaikatar oder Kalkadir{%akxlxiq, Chalkitis) entsteht der Zädsch. Vitriol, eine glasartige Masse vonmancherlei Farben (vitrum, multorurn colorum) u ); zu seinem. Geschlechtezählen manche auch den für die Färberei so wichtigen Schabb, Alaun,dessen beste Sorte aus Jemen kommt 12 ). Für alle diese und viele andere
x ) 2 ff. 2 ) Vgl. Lenz, „Mineralogie der alten Griechen und Römer" (Gotha1861); 16. 3) 161 4) 83> 15 8 5 159, 162; 163; 82. 5 ) 78, 129, 160, 171. 6 ) 84.7 ) 129. 8 ) 160. 9 ) 175. 10 ) 22, 142, 175. u ) 173, 207. 12 ) 174.