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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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3. Abschnitt: Chemie und Alchemie.

übrigens bei den genannten Vorgängern in bemerkenswerter Zusammen-gehörigkeit darstellen 1 ), reiht erst Zosimos, der letzte, späteste und selbstvöllig von alchemistischen Anschauungen durchdrungene Autor, auch dieder Metall-Verwandlung und des Machens von Gold und Silber an, vielleichtindem er den ll&og rljuiog, dessen Clemens Romanus gedenkt, als „kost-baren Stein" im Sinne von „Stein der Weisen" hinzustellen und einerderartigen Auffassung Vorschub zu leisten suchte. Anscheinend liegt seinerganzen Erzählung eine alexandrinische Lokalsage jüdisch-hellenistischerHerkunft zugrunde 2 ), so daß auch an dieser Stelle die Wichtigkeit geradederartiger Einflüsse abermals und in unverkennbarer Weise hervorträte.

5. Herkunft alchimistischer Begriffe, Vorstellungen, Dogmen

und Namen.

Für die Entwicklung der alchemistischen Theorien auf Grund dergriechischen Philosophie waren, wie Prantl schon 1856 in seinem mehr-erwähnten Auf satze „Keime der Alchemie bei den Alten" darlegte 3 ), dreiQuellen von größter Bedeutung; sie fließen aus den Schriften des Platon,des Aristoteles sowie der stoischen Philosophen und werden unter Auf-nahme von allerlei Ägyptischem, und Orientalischem durch die Alexandrinerzu einem, großen Ganzen vereinigt; nur von einem großen Ganzen kannman sprechen, nicht von einem einheitlichen, um. so mehr, als neu-pythagoräische und neuplatonische Anschauungen in stets wachsendemUmfange die Oberhand gewinnen, verändernd und umgestaltend wirken.Maßgebend bleiben daher: was Platon angeht die mystischen und schwärme-rischen Lehren, was Aristoteles betrifft die spekulativen und deduktiven,und was die späteren Philosophen anbelangt jene eldektischen und synkre-tistischen, denen sich der alexandrinische Geist auf allen Gebieten mitausnehmendem Behagen anpaßte, und die seinem Charakter ganz besondersangemessen erschienen 4 ).

In dem der griechischen Philosophie gewidmeten Abschnitte dervorliegenden Schrift sind die für die Vorgeschichte der Alchemie bedeut-samen Forscher genannt und ihre Systeme insoweit erörtert worden, daßes genügen dürfte, kurz auf sie zurück zu weisen, wenn nunmehr der Ver-such gemacht werden soll, die Entwicklung einiger der wichtigsten ein-schlägigen Begriffe zusammenfassend in möglichster Kürze zu schildern 5 ).

Der <pvoig (Physis) genannte Urstoff der jonischen Philosophengeht in die vier Elemente und weiterhin in die Einzelstoffe durch fiEtaßoXr](Metabole = Umänderung) über, deren qualitative Abart die akloimaig(Alloiosis = Artverwandlung) ist; die vier Elemente verwandeln sichwechselseitig entweder unmittelbar ineinander, wie bei den Eleaten undMelissos, oder auf dem Umwege über den form- und gestaltlosen Urstoff,wie bei Platon. Bei Aristoteles entstehen aus der Ursubstanz (jiQ(bxr)

l ) Korr, „Beitr." 56. l ) Riess, PW. 1, 1338.

') „Deutsche Vierteljahrsschrift" (Stuttgart 1856), 135; vgl. Rijbss, PW. 1, 1338.

*) Vgl. Lippmann, „Abh." 2, 139 ff.

5 ) Zu diesem ganzen Absätze vgl. Lippmann, „Abh." 2, 28 ff., 64 ff.