Herkunft des Namens Chemie.
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zeichnen 1 ), und Hoffmann hinzufügen: „Nicht von Chimes rührt die Be-nennung der Chemie her, vielmehr ist diese seine Mutter und Cham seinVater" 2 ). Auch ist zu beachten, daß, entgegen früheren Ansichten, Chemesoder Chimes kein ägyptischer oder hellenisierter ägyptischer Eigennamewar, denn die Hieroglyphe des Gottes von Koptos, „der Stadt der Berg-leute", dem Ramsbs III. (um 1200 v. Chr.) auf einer Stele der Goldberg-werke von Kuban in Nubien als „Herrn des Gebirges und Schutzgott derBergleute" huldigt, ist nicht Chem zu lesen 3 ), sondern Min 4 ).
„Chemie" ist aber, wie bereits der große Sprachforscher und Ety-mologe Pott in seiner einschlägigen Abhandlung hervorhob, auch keingriechisches Sprachgut, vielmehr „ein aus dem Griechischen schlechthinunerklärbares Fremdwort" 5 ), und Hoffmann stimmt ihm hierin bei 6 ).Der im späteren Griechischen so häufige Wechsel von rj, ei, v und i, derÜbergang von rj, si und v in i (sog. Itacismus), sowie die wachsende Vorliebefür diese „itacistische Gleichmacherei" 7 ) erzeugten oder begünstigten nachKopp 8 ) und Pott 9 ) das Vorkommen der Formen %r\i.da, %rji>isla, xeineia,%vjj,Eia, xrjjxaia, %r}[xä, xetfirj, %iinr\\ doch glaubt Pott, „mit größter Zu-versicht" ^/zeta (Chemeia) als die Ursprüngliche hinstellen zu dürfen,und auch Hoffmann versichert, daß die weitaus meisten der zahlreichenvon ihm durchforschten griechischen, syrischen und früharabischen Codicesvorwiegend, und manche griechische nie anders schrieben als xVf 18 ^ oc ^ er%i]JL£ia (Giimeia), während sich die Lesart %v/u,sia (Chymeia) erst in spätererZeit geltend machte 10 ).
Versuche, im Gegensatze zu Potts Urteil „Chemie" dennoch ausdem Griechischen abzuleiten, waren schon in früherer Zeit unternommenworden, wobei man zumeist auf die mit Schmelzung, Fluß, Guß u. dgl.üi Verbindung stehenden Worte %s.(o, %v<o, %vpi,a, x e v/ua zurückgriff, dochhatten sowohl Kopp 11 ) wie Pott 12 ) und Gildemeister 13 ) sie abgewiesen,und letzterer bemerkt ausdrücklich: „Nicht zu denken ist an Gießen oderSchmelzen, was jetzt auch ganz aufgegeben ist." Neuerdings erstandindes dieser Erklärungsweise in Stephanides wiederum ein Fürsprecher:seiner Meinung nach hat man auszugehen von „Chymes" und „Chymeia",„welcher Name der heiligen Kunst von %u,ita (Chyma) = Metallguß her-kommt". Laut Agathakchides' Bericht (um 150 v. Chr.) verbleibt nämlichbeim Behandeln des echten Goldsandes (ipdfi/Aot;) mit gewissen Zuschlägenschließlich „xqvoiov xo %v/<a" = „der Guß (C.iyma) des Goldes", dessenGewinnung nach Stephanides ein altes Geheimnis der ägyptischen Priesterwar; diese hätten schon beim Einbrüche der Perser (525 v. Chr.) die Erobererhierüber getäuscht, indem sie aus Blei, aber auch aus Kupfer, Eisen undanderen gemeinen Metallen oder ovaCai (die nicht durch die Mftoi, dieunreinen Metalle und Erze ersetzbar sind), im Zustande von Z vrd (Chyta =Schmelzen), vermöge eines vermittelnden Zusatzes, des „Steines der
x ) Kopp, „Gesch." 2, 4 ff. 2) Hoffmann 520, 521; s. noch weiter unten.
3 ) Drbxlek, Ro. 2, 2979. ") Hoffmann a. a. O.
') Pott, „Zeitschr. Deutsche Morgenland. Gesellschaft" 1876; 33, 7.
6 ) Hoffmann 530. ') Pott a. a. O. 8 ) „Beitr." 72. 9 ) Pott a. a. O.10 ) Hoffmann 530. ") Kopp, „Beitr " 65. 12 ) Pott a. a. O.13 ) „Z. D. Morgenl. Ges." 1876; 33, 534.