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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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Die griechische Philosophie: Vorsokratiker.

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noch völlig im unklaren war, und erst die Arbeit einiger Jahrhundertedahin führte, auf solchem Gebiete auch nur die Haupt-Richtlinien in an-nähernd zutreffender Weise zu ermitteln, so darf es nicht wundernehmen,daß noch lange Zeit hindurch auch sonst bedächtige und ernste Schrift-steller an Hand völlig haltloser Voraussetzungen die abenteuerlichstenund verkehrtesten Schlüsse zogen; diese blieben dann in der wissenschaft-lichen Welt zum Teil bis gegen Matte des 19. Jahrhunderts hin in einerGeltung, der die Ausführungen einzelner aufgeklärter Köpfe nur geringenEintrag taten. Richtige und in allem Wesentlichen sachgemäße Einsichterschloß zuerst 1856 eine AbhandlungKeime der Alchemie bei den Alten"von Prantl, dem hervorragenden, um die Geschichte der Geisteswissen-schaften und um Herausgabe und Verständnis der aristotelischen Werkegleich hochverdienten Forscher; da sie aber nur in der von vielen alshöheres Unterhaltungsblatt" angesehenenDeutschen Viertel]ahrsschrift"erschien 1 ), und zwar ohne Namen des Verfassers, der ihrer auch späterbloß an einer ziemlich verstockten Stelle seiner AmsTOTELES-AusgabeErwähnung tat 2 ), blieb sie leider völlig unbeachtet und den Historikernder Chemie, z. B. Kopp, unbekannt.

Hat nun auch Prantl alles Hauptsächliche im rechton Lichte gesehen,so ist'doch einerseits seit 1856 ein \mgeheuror Zuwachs an Kenntnissenzu verzeichnen, andererseits aber bleibt auch eine eingehendere Darstellungwünschenswert, als sie seine für eine Zeitschrift bestimmte Skizze zu bietenvermochte. Im nachstehenden soll daher der Vorsuch unternommenwerden, Auftauchen und Entwicklung derjenigen philosophischen Grund-bogriffe und Lehren zu schildern, die maßgebende Wichtigkoit für dieEntstehung alcliemistischer Anschauungen erlangten. Diese Passungder Aufgabo macht ersichtlich, daß es sich nur um die zweckentsprechendeingeschränkte Auswahl aus der unermeßlichen Fülle eines Stoffes handelnkann, den in seiner Gesamtheit und allen seinen Verzweigungen nachselbst der Fachmann auf philosophio-geschichtlichem Gebiete längst nichtmehr gleich vollständig zu übersehen und zu beherrschen vermag; überdie Anschauungen vieler Forscher, ja ganzer Schulen, die an sich, alsoihren Gesamtleistungen und ihrer historischen Rolle nach, von hoher Be-deutung sind, wird daher bald nur Weniges zu berichten, bald ganz hinweg-zugehen sein, soferne sie nicht auch auf jenem Sondergebiete bestimmbareSpuren hinterliessen.

Schon zur Blütezeit Griechenlands, insbesondere aber während derhellenistischen Ära, gaben sich die ägyptischen Priester mit großer Kühn-heit als Stammväter wie der griechischen Religion, Poosie und Gesetz-gebung, so auch der griechischen Philosophie aus und versicherten, Namenund Lehren der bei ihnen in die Schule gegangenenWeisen" in ihrenuraltenheiligen Schriften" und auf den Stelen (ev axrjlaiq) ihrer Tempelverzeichnet zu besitzen; bei den griechischen Zeitgenossen fanden sie mitdieser Behauptung ebenso Glauben 3 ), wie etwa mit der, auf solchen

i) Stuttgart 1856, S. 135. 2 ) Leipzig 1857; 2, 502,

3 ) Vgl. Diodob, lib. 1, cap. 96; Hebodot, Hb. 2, cap. 49, 81, 123.