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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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Papyrus Kenyon.

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Legende", daß Johannes „virgas et lapides" (Ruten und Kiesel), vomSeeufer geholt, in „aurum et gemmas" verwandelte, und daß die Gold-schmiede (aurifices) und Juweliere (gemmarii) vorsicherten, reineres Goldund wertvollere Steine niemals gesehen zu haben x ) ; endlich verstandJohannes es auch, zerbrochene Glasgefäße aus ihren Scheiben neu er-stehen zu lassen, und die fromme Litteratur berichtet dann Züge dieserArt auch von verschiedenen anderen Heiligen 2 ). Im Orient blieb dasAndenken an verwandte Überlieferungen ebenfalls lebendig, denn nochder große persische Dichter Sadi (1184—1286) sagt im „Fruchtgarten" 3 ):„Vor alters, wie es heißt im Land,Geschah's, daß Stein in frommer HandZu Silber sich verkehrte."

5. Papyrus Kenyon, Afrikanos, Zosimos.

(3. Jahrhundert.)a) Papyrus Kenyon.

In dem 1893 zu London veröffentlichten „Papyrtjs Kenyon" 4 ),der laut Urteil der Sachkenner im 3. Jahrhundert n. Chr. niedergeschriebenist, finden sich eine Anzahl Rezepte magischen und mystischen Inhaltesvor 5 ), die beredtos Zeugnis für die weite Verbreitung ablegen, deren sichIdeen dieser Art zur erwähnten Zeit erfreuten. — Bei magischen Hand-lungen z. B. sind Tafeln und Blättchen dienlich, bestehend aus den sechsMetallen 6 ), — für die nach Beethelot 7 ) auch den „Königen" des Zosimos(s. unten) verwandte Abbildungen vorkommen sollen (?) —, und erinnerndan die lenig rjhaxrj (die sonnigen = goldigen Mitter) der 1893 vonWessely bekanntgemachten, ungefähr dem nämlichen Zeitalter ent-stammenden Zauberpapyri 8 ); als siebentos Metall wird Quecksilber nichtdirekt genannt, doch verbirgt es sich wohl unter dem Decknamen „Lorbeer-blätter", den auch das sog. „Orakel des Apoilon" 9 ) als Bezeichnung fürZinnober oder dessen „Dunst" anzuführen scheint, während in den ebengenannten Zauberpapyri der Zinnober aWdlrj ddcpvrjg, Dunst des Lorbeers,heißt 10 ). Von Mennige ist die Rede als vom „Blut dor Taubon undKrähen" 11 ); erwähnt wird forner Stimmi [Schwefolantimon] aus Koptos,Schwefelarsen, ammonisches Steinsalz, „Smaragd" und „Kallais" [beideals grüne, zur Herstellung von Vasen dienende Gesteine, hier vermutlichMalachit und ein anderes, möglicherweise ebenfalls kupforhaltigos Mineral] 12 )und vielleicht auch Alaun 13 ), da das Zeichen eines achteckigen Sternes ^boi Kleopatra diesen (atVTttrjgia) bedeutet 14 ).

M „Legenda aurea", ed. Graesse (Breslau 1890), 90, 57 ff.

2 ) Perdriz.et, A. Rel. 14, 55; 8, 305 ff. 3 ) Üb. Schlechta (Wien 1852), 175.

*) Arch. 222 ff. 5 ) ebd. 228. 6 ) ebd. 225. ') ebd. 229.

8 ) ebd. 231; Wiener Akad. Denkschr. 42 (2), 53.

9) Coli. III, 265. 10 ) Arch. 226. u ) ebd. 226.

w ) ebd. 225; bei Plinius (lib. 37, cap 33 u. 56) ist Kallais ein blaßgrüner, demSmaragd ähnlicher Edelstein des fernsten Indiens; Martial dagegen (lib. 4, 39;lib. 14, 95) spricht von Gold aus Kallais, und versteht hierunter die hispanische ProvinzGalizien oder Spanien überhaupt. 13 ) Arch. 231. u ) Intr. 312.