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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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lang gestielt, die folgenden länglich bis eiförmig, mit herzförmiger, halbstengelumfassenderBasis sitzend. Blüten sehr kurz gestielt, aufrecht, abstehend bis nickend; die obereneinzeln, die unteren zu dreien in den Achseln der Tragblätter, in einer langen, einfachen,selten ästigen, infolge der rasch kleiner werdenden Tragblätter nach oben zu fast nackter,meist einseitswendigen Traube. Kelch in den Buchten zwischen den Zipfeln ohne Anhängsel,kahl; jjKelchzipfel schmal, lineal-lanzettlich, am Rande rauh, ausgebreitet (Fig. 181b).Blumenkrone weit trichterig-glockig, 10 bis 19 mm lang, bis zur Mitte in eiförmige,spitze Zipfel gespalten, hell blauviolett. Kapsel nahe dem Grunde mit drei Löchern sichöffnend. Samen kantig umrandet, 1 mm lang. — VII bis X.

Zerstreut an buschigen, steinigen Stellen, Waldrändern, auf trockenen Wiesen, inHolzschlägen, lichten Wäldern; im östlichen und südlichen Deutschland, an Oester-reich und in der Schweiz.

In Deutschland verbreitet in Westpreussen, Pommern (bei Köslin), Brandenburg, ferner zerstreutin Ostpreussen (besonders in den Kreisen Insterburg [hier häufiger als C. glomerata] und Johannisburg),Mecklenburg (nur im Osten), Posen, Schlesien (Grünberg, Guhrau, Dirschel, Katscher), Sachsen (zwischenLommatsch und Riesa) und Thüringen (bis an den Westrand des Harzes). In Oesterreich ziemlich verbreitetim nördlichen Böhmen, in Mittel- und Südmähren undjim östlichen Niederösterreich, ausserdem in Süd-steiermark (Reichenburg, Drachenburg), Kärnten (St. Veit a. d. Glan), Krain (Savetal und Innerkrainer Karst-gebiet), Südtirol (nördlich bis Schlanders im Vintschgau und bis Brixen) sowie im Küstenlande. In der Schweiznur im Wallis, Tessin und im Kanton Bern.

Allgemeine Verbreitung: Schweiz, östliches Deutschland, Oesterreich-Ungarn,Südfrankreich, Oberitalien, Mittel- und Südrussland, nördliche Balkanhalbinsel, Kaukasus.

Aendert ab: var. Tauscheri (Kern.) Haj. (= C. Tauschen Kern.). Laubblätter unterseits grün;die "grundständigen zur Blütezeit noch frisch. Blüten etwa 15 mm lang, an der Basis etwas bauchig erweitert(Südsteiermark; vielleicht auch in Unterkrain).

332. Campanula rapunculofdes 1 ) L. Acker-Glockenblume. Franz.: Campanulefausse raiponce, raiponcette. Taf. 257, Fig. 1.

Die Pflanze heisst im_ Volke Taubenkropf (Kärnten), Rotzglocke (Oberösterreich), Pingel -klocken (Bremen), Schelleblume (Nahegebiet), Säuwurzel (Eifel); vgl. auch C. rotundifolia pag. 352.

Ausdauernd, 20 bis 100 cm hoch. Wurzel büschelig-ästig, meist dünne, stielrunde,kriechende, unterirdische Ausläufer treibend. Stengel aufrecht, rundlich-stumpfkantig, kahloder kurzhaarig, fast stets einfach. Laubblätter kurzhaarig, selten ganz kahl, unterseitsgrün; die grundständigen herzförmig-dreieckig, spitz, gekerbt, zur Blütezeit meist schonverwelkt, die untersten Stengelblätter den grundständigen gleichgestaltet, die mittleren undoberen kurz gestielt, eilänglich bis lanzettlich, spitz, ungleichmässig gesägt. Blüten sehrkurz gestielt in den Achseln der oberen Blätter, eine einfache, einseitswendige, infolge derrasch kleiner werdenden Blätter fast nackte Traube bildend. Kelchbuchten ohne Vor-sprung und ohne Anhängsel. Kelchzähne länglich-lineal, spitz, zurückgeschlagen, kahloder gewimpert. Blumenkrone 2 bis 3 cm lang, trichterig-glockig, fast bis zur Mitte fünf-spaltig mit kahlen Zipfeln, blauviolett, sehr selten weiss. Kapsel eilänglich bis fast halb-kugelig, lang gestielt, nahe dem Grunde mit 3 Löchern aufspringend, ihre Endfläche meistso weit, wie ihr grösster Querdurchmesser (Taf. 257, Fig. 1 b). Samen länglich, fast wulstigumrandet, 1,5 mm lang (Taf. 257, Fig. 1 d). — VI bis IX.

Häufig auf Aeckern, Feldern, in Gebüschen, Wäldern, an steinigen, buschigen Stellen,auf Mauern, wüsten Plätzen; von der Ebene bis in die Voralpen (im Wallis bis 1980 m,im Oberengadin [Statz] bis 2020 m, in Tirol bis 1600 m, in Bayern bis 1100 m).

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa mit Ausnahme des arktischen Ge-bietes und des äussersten Südens; Kaukasien, Kleinasien.

') Wegen der Aehnlichkeit mit C. Rapunculus (vgl. pag. 362).