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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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27. Kelchzipfel fast so lang bis länger als die Blumenkrone, weit abstehend oder zurückgeschlagen.(Fig. 186f.) Südliche Kalkalpen von Oesterreich. . .............C. linifolia nr. 346.

27*. Kelchzipfel halb so lang wie die Blumenkrone oder kürzer.............28.

28. Stengel unterwärts ringsum sehr kurz fein-flaumig. Blütenknospen aufrecht. Untere Stengel-blätter gestielt..................................35.

28*. Stengel unten kahl oder abstehend kurzhaarig. Alpenländer, Sudeten, Karpaten, Jura. . . 29.

29. Antheren höchstens 3,5 mm lang und wenig länger als die Staubfäden. Blütenknospen aufrecht.Sehr selten in den südlichen Kalkalpen von Oesterreich............C. inconcessa nr. 347.

29*. Antheren 5 bis 10 mm lang, viel länger als die Staubfäden.............30.

30. Stengel unten spärlich bis reichlich abstehend kurz-steifhaarig. Stengel meist zahlreich, niedrig.Grundblätter zur Blütezeit stets vorhanden. Blumenkrone bauchig-glockig, hell blaulila, sehr selten weiss.Blütenknospen nickend. Alpen, Jura, Schwarzwald, Vogesen........C. cochleariif olia nr.341.

30*. Stengel ganz kahl (sehr selten kurz-steifhaarig und dann die Blüten dunkel blauviolett). .31.

31. Kelchzipfel schon an der Blütenknospe weit abstehend. Stengel zahlreich, rasig. Blütenknospenaufrecht....................................34.

31*. Kelchzipfel aufrecht...........................32.

32. Blütenknospen nickend. Stengelblätter am Grunde gewimpert. Pflanze wenig-blütig. Blütendunkel blauviolett. Alpen......................C. S cheu chzeri nr. 348.

32*. Blütenknospen aufrecht. Stengelblätter am Grunde nicht gewimpert..........33.

33. Stengelblätter schmal-lineal bis borstenförmig, spitz. Stengel hochwüchsig. Nur im südlichenKrain und Küstenland......................C. Marchesettii nr. 344.

33*. Stengelblätter lanzettlich bis lineal-Ianzettlich, stumpf. Stengel niedrig. Nur in den Sudeten.

C. Kladniana nr. 343.

34. Stengel niedrig, rasig. Blütenstand armblütig. Blumenkrone gross, trichterig-glockig. Nur imsüdlichen Krain und Küstenland....................C. Justiniana nr. 345.

34*. Stengel verlängert, oft schlaff. Blütenstand meist reichblütig, mit oft hin und hergebogenenAesten. Blüten glockig, mittelgross. . C. rotundifolia (subsp. racemos a und subsp. pra esignis) nr. 342.

35. Stengel 1- bis 3-bIütig. Stengelblätter gegen den Grund des Stengels gehäuft, alle stumpf,eilanzettlich bis lanzettlich. Nur im Gesenke................C. Kladniana nr. 343.

35*. Stengel meist mehrblütig. Wenigstens die oberen Stengelblätter schmal-lineal, spitz, die oberenam Grunde oft borstlich zusammengefaltet. Sehr formenreiche Art......C. rotundi f olia nr. 342.

324. Campanula Sibfrica 1 ) L. Sibirische Glockenblume. Fig. 177a bis g.

Zweijährig, 15 bis 60 cm hoch. Wurzel spindelförmig, einköpfig. Stengel aufrecht,einfach oder ästig, dicht kurzflaumig. Laubblätter beiderseits kurzhaarig, unregelmässiggekerbt, stumpf; die grundständigen in einer deutlichen Rosette, länglich-spatelig bis ver-kehrt-eilänglich, stumpf, in den kurzen Stiel verschmälert, die Stengelblätter länglich bislineal, wellig halbumfassend, spitz. Blüten in einer endständigen, einfachen oder zu-sammengesetzten, schmalen Traube, auf aufrechten, an der Spitze nickenden Stielen. Kelcham Rande und an den Kanten steifhaarig, mit 7 bis 9 mm langen, dreieckig-lanzettlichen,spitzen, etwa ein Drittel der Blumenkrone erreichenden Abschnitten, in den Buchten zwischenden Zipfeln mit einem 3 mm langen, eilanzettlichen, zurückgeschlagenen Anhängsel(Fig. 177 c, d). Blumenkrone 20 bis 26 mm lang, trichterig-glockig, blaulila (ausnahmsweiseweiss), mit kahlen oder nur am Mittelnerv innen etwas behaarten, 8 bis 10 mm langenZipfeln. Fruchtknoten 3-fächerig (Fig. 177f). Narben 3. Kapsel nahe dem Grunde mit3 Löchern aufspringend. Samen kantig berandet, 1mm lang (Fig. 177g)- VI bis VIII.

Stellenweise an trockenen, sandigen Stellen, buschigen, sonnigen Hängen, auf Heide-wiesen, Steppen, an Felsen, Wegrändern, selten auch in Kiefernwäldern; nur im östlichenDeutschland und in Oesterreich. Fehlt in der Schweiz. Gern auf Kalk.

In Deutschland besonders in Oberschlesien (um Oppeln, Grossstein), im Odertale von Frankfurt bisPommern, bei Strausberg, Buckow, Eberswalde, Gerswalde, Prenzlau, Randowtal, Penkun, Storkow, in Posen,

J ) Irrtümliche Bezeichnung, da die Pflanze zwar in Mittelasien, aber keineswegs in Sibirien wächst.Doch wurde der Begriff Sibirien zu Linnes Zeiten weiter gefasst als heute.

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