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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Laubblätter zu 4 bis 7 quirlig, lineal-lanzettlich, 1 bis 2 mm breit, spitz, kurz stachelspitz,am Rande und unterseits am schmalen Mittelnerv durch nach vorn gerichtete Stachel-zähnchen rauh, sonst kahl, zuletzt zurückgeschlagen. Blüten klein, in lockeren, blattwinkel-ständigen, eine zylindrische oder eiförmige Rispe bildenden Trugdolden. Aeste schiefabstehend. Blumenkrone kaum 0,5 mm breit, grünlichgelb, aussen rötlich. Blütenstieleetwas länger als die Blüten, auch zur Fruchtzeit gerade (Fig. 123 h). Teilfrüchtcheneirundlich, etwa 1 mm lang, kahl oder mit hakigen Börstchen besetzt (Fig. 123 i).VI bis IX.

Auf Aeckern, Brachen, an steinigen Stellen, auf wüsten Plätzen; zerstreut und meistnur eingeschleppt. Auf Lehm- und Kalkboden.

Allgemeine Verbreitung: England, ganz Mittel- und Südeuropa, Transkau-kasien, Persien, Kleinasien, Nordafrika, Kanarische Inseln.

Tritt in folgenden Formen auf: var. trichocärpum Tausch (= Galium litigiösum DC). Früchtedicht mit hakigen Börstchen besetzt (Zerstreut in der Rheinebene, in Württemberg und Bayern, ferner in deröstlichen Steiermark, in Südtirol bei Trient und Arco und zerstreut in der Schweiz; sonst nur vorübergehend,wie in der Pfalz und in Niederösterreich). var. leiocärpum Tausch (= G. Anglicum Huds., = G. gräcileWallr.). Früchte kahl (In Sachsen um Merseburg, in Anhalt und bei Magdeburg, in Südtirol und in derSchweiz). Die var. run'colum Jord. adventiv im Hafen von Mannheim (1880).

247. Galium triflörum Michaux. Dreiblütiges Labkraut. Fig. 121h bis k.

Ausdauernd, 30 bis 60 cm hoch. Wurzelstock dünn walzenförmig, kriechend.Stengel liegend, aufsteigend oder aufrecht, vierkantig, mit feinen, nach rückwärts gerichtetenStachelchen besetzt, sich nicht leicht anhängend, meist einfach. Laubblätter zu 6 bis 8quirlig, gross, eilanzettlich, sitzend oder kurz gestielt, am Rande fast glatt, stachelspitz,flach, dünn, mit kräftigem Mittelnerv und fein netzaderig, kahl, dunkelgrün. Blüten in blatt-achselständigen, meist drei- (selten mehr-) blutigen Trugdolden. Blumenkrone vierspaltig,sehr klein, grünlich. Fruchtstiele gerade. Früchte dicht mit vorwärts gerichteten, hakigenBorsten besetzt (Fig. 121 i und k). VII, VIII.

In schattigen Nadelwäldern der Alpen. Nur in der Schweiz bei Pralong imHeremence-Tal im Wallis sowie unter der Terrasse von Vulpera-Tarasp im Unterengadin.Fehlt in Deutschland und in Oesterreich gänzlich.

Allgemeine Verbreitung: Nördliches Norwegen, Schweden und Finnland,Schweiz, Nordamerika.

Diese in der Tracht der Asperula odorata nicht unähnliche und ebenso wie diese nach Kumarinduftende Pflanze wurde in Mitteleuropa am obigen Standorte im Unterengadin erst im Jahre 1873 vonDr. Ed. KilHas entdeckt, jedoch zuerst für eine neue Art gehalten und erst im Jahre 1882 von Ascherson alsmit dem nordamerikanisch-arktischen Galium triflörum identisch erkannt. Später wurde sie auch im Wallisgefunden. An eine Rinschleppung ist kaum zu denken; vielmehr dürfte es sich um einen ähnlichen Fallhandeln wie bei G. trifidum (vgl. pag. 222), also um ein interglaziales Relikt.

Bastarde sind in der Gattung Galium nicht häufig. Beobachtet wurden bisher: 1. G. silvaticumX G. verum (= G. digeneum Kern., = G. Baumgartneri Beck). Stengel flaumig kurzhaarig. Laubblätter amRande flach, nicht umgerollt, unterseits kahl bis flaumig. Blütenstand weitschweifig. Blüten gelblichweiss(Niederösterreich). 2. G. lucidum x G. silvaticum. Dieser Verbindung dürfte das nur einmal gefundeneG. Preissmänni Hayek aus Steiermark entsprechen. 3. G. Mollugo x G. verum (= G. ochroleücumWolff, = G. intercedens Kern., = G. aberrans Beck). Von G. verum durch den lockereren Blütenstand undbreitere Laubblätter, von G. Mollugo durch flaumige Stengel und Blattunterseiten, von beiden durch blassgelbeBlüten verschieden. Ziemlich häufig überall, wo die Stammeltern zusammentreffen, in zahlreichen Formen.Hieher auch G. eminens Gren. et Godr. (= G. approximätum Gren. et Godr., = G. Mollugo subsp. erectumX G. verum), G. Grenchense Lüscher (= G. Mollugo X G. verum subsp. praecox) und G. PalatinumF. Schultz (= G. Mollugo subsp. erectum X G. verum subsp. praecox). Ferner f. decolörans (Gren. etGodr.) Rouy. Von G. verum durch den langästigen Blütenstand und die grösseren, bleichgelben Blüten verschieden. var. spectäbile G. Beck. Untere Laubblätter flach, alle unterseits fast kahl. Vom schmalblätterigen