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Als Zierpflanzen finden da und dort Asperula setösa Jaub. et Spach und A. Orientalis Boiss. etHohen. Verwendung. Adventiv wurde im Gebiete nur die der A. arvensis ähnliche A. Orientälis Boiss. etHohen, aus den Kaukasusländern im Hafen von Mannheim, bei Gutenstein in Niederösterreich, sowie mehrfachin der Provinz Brandenburg (Neu-Ruppin [zwischen Runkelrüben] 1877, Oderberg 1874, Ruhlsdorf bei Lucken-walde) und in Schlesien (Leobschütz) beobachtet. Die Angaben über das Vorkommen von A. mollugin oidesBieb. in Krain sind nach brieflicher Mitteilung Paulin's wohl unrichtig.
1. Einjähriges Kraut mit blauen Blüten; diese in endständigen, von Hüllblättern umgebenenKöpfchen stehend..........................A. arvensis nr. 209.
1*. Ausdauernde Pflanzen mit weissen, rötlichen oder blassvioletten Blüten........ 2.
2. Stengel von nach rückwärts gerichteten, kleinen Stacheln rauh (Fig. 110 c) und sich überall anhängend.Oestliches Deutschland und östliches Oesterreich..............A. Aparine nr. 210.
2*. Stengel glatt.............................. 3.
3. Laubblätter eilanzettlich bis lanzettlich, zu 4 bis 8. Blüten weiss . . . ,...... 4.
3*. Obere Laubblätter schmal-lineal.......................5.
4. Laubblätter eilanzettlich, zu 4 quirlig. Zerstreut im südlichen Oesterreich und in der Schweiz
A. Taurina nr. 211.
4*. Laubblätter zu 6 bis 8 quirlig, lanzettlich. Verbreitet........A. odorat a nr. 212.
5. Laubblätter zu 8 bis 10 quirlig, bläulichgrün........... A. glauca nr. 213.
5*. Laubblätter gegenständig oder zu 4 bis 6 quirlig................. 6.
6. Blumenkronröhre viel länger als ihr Saum (Fig. 114d). Südalpen . . . A. aristata nr. 217.6*. Blumenkronröhre so lang als ihr Saum.................... 7-
7. Blumenkrone weiss, meist 3-spaltig..............A. tinctoria nr. 214.
7*. Blumenkrone rötlich oder lila. 4-spaltig.................... 8.
8. Stengel bis 50 cm hoch. Untere Laubblätter zur Blütezeit meist vertrocknet, obere meist kürzerals die Stengelglieder und zu 4 bis 6 quirlig, seltener gegenständig......A. cynanchica nr. 215.
8*. Stengel bis 15 cm hoch, dichtrasig. Untere Laubblätter zur Blütezeit erhalten, die oberen gegen-ständig, meist länger als die Stengelglieder................A. Neilreichii nr. 216.
209. Asperula arvensis L. (= A. ciliata Moench). Acker-Meier. Franz.: Asperuledes champs; ital.: Palloncino, stellina ruvida. Taf. 24/, Fig. 3 und Fig. HOi.
Einjährig, 10 bis 50 cm hoch. Wurzel dünn spindelförmig. Stengel aufrecht, ästig,vierkantig, glatt oder von kleinen Zäckchen etwas rauh, kahl, am Grunde meist noch diebeiden verkehrt-eirunden Keimblätter tragend. Die untersten Laubblätter zu 4 quirlig,verkehrt-eirund, stumpf, die mittleren und oberen zu 6 bis^8, verkehrt-eilänglich bis lineal,stumpf, alle ganzrandig, kahl, am Rande und unterseits am Mittelnerv von feinen Zäckchenrauh. Blüten in kopfförmigen Trugdolden, diese von einer aus zahlreichen lanzettlichen,borstig-gewimperten, die Blüten weit überragenden Hülle umgeben. Blumenkrone 5 bis 6 mmlang, hellblau, ausnahmsweise weiss (f. albiflöra Probst). Früchte 2 mm lang, braun, sehrfeinkörnig, kahl, seltener zerstreut behaart. — V bis VIII.
Sehr zerstreut und oft unbeständig auf lehmigen und kalkhaltigen Aeckern, Brachen,in Weingärten; nur auf Kalkboden, aber stellenweise nicht selten. Ausserdem hie und daverschleppt. Steigt im Wallis bis 1100 m, im Engadin: (Maloja) bis 1800 m hinauf.
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa, Nordafrika, Vorderasien.
In Deutschland nur im Süden (doch auch noch in Thüringen) stellenweise nicht selten im Elsass,in der Rheinprovinz und besonders im Gebiet des Jura durch Baden, Württemberg und Bayern; im übrigenSüddeutschland sehr zerstreut, in Mitteldeutschland meist sehr unbeständig, in Norddeutschlaud fast durchweggänzlich fehlend oder nur zufällig eingeschleppt, wie in Mecklenburg. In Oesterreich nicht'selten imwärmeren Teile des nördlichen Zentralböhmens, in Südsteiermark, Krain und Südtirol, in den übrigen Kron-ländern unbeständig und in den Alpentälern meist ganz fehlend. In der Schweiz ebenfalls zerstreut undselten, im Berner Mittelland und in Appenzell bisher nicht beobachtet.
Asperula arvensis ist zweifellos ursprünglich in Mitteleuropa nicht heimisch, sondern stammt ausdem Mittelmeergebiete und wurde mit dem Getreidebau verschleppt; doch ist über das Datum der Ein-wanderung nichts bekannt.