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Tafel 247.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Sherardia arvensis (pag. 197). Habitus.
„ 1 a. Zwitterblüte (vergrössert).
„ Ib. Unreife Frucht (vergrössert).
„ 2. Asperula odorata (pag. 201). Habitus.
,, 2 a. Blüte im Längsschnitt (vergrössert).
„ 2b. Reife Frucht.
„ 3. Asperula arvensis (pag. 199). Habitus.
„ 3 a. Blüte (vergrössert).
Fig. 4. Asperula glauca (pag. 202). Blütenspross.
„ 4 a. Blüte (vergrössert).
„ 5. Asperula cynanchica (pag. 204). Habitus.
„ 5 a. Blüte (vergrössert).
„ 5 b. Frucht (vergrössert).
„ 5c. Teilfrucht im Längsschnitt mit Keimling.
„ 5 d. Teilfrucht im Querschnitt mit Keimling.
artige Rubiaceen aus den Tropen in den Warmhäusern kultiviert, so vor allem Gardenia flöridaL. aus Chinamit grossen, röhrig-glockigen, weissen, sehr wohlriechenden Blüten, ferner Arten der Gattungen Ixöra mit lang-röhrigen, in fast kugeligen Blutenständen stehenden Blüten, Bouvärdia Salisb., Nertera Banks et Sol.(speziell die zierliche N. depressa mit scharlachroten Beeren), RondeletiaL. (besonders R. odorata Jacq. vonCuba), Lucülia gratfssima Sw., Pentas cärnea Benth,, Manettia ignfta K. Schum. etc.
Adventiv wurden selten beobachtet: Phuöpsis stylösa Grisebach aus Persien und aus demKaukasus auf dem Schlossberge von Graz (infolge ehemaliger Aussaat), bei Eberswalde in Brandenburg, SchlossOberstein in der Rheinprovinz, im Hafen von Mannheim und am Neckar bei Heidelberg. Im Hafen von Mann-heim wurden ferner Crucianella angustifölia L. (1909 auch bei Solothurn [Malzfabrik] in der Schweiz),C. latifölia L., C. pätulaL. sowie Vailläntia murälis L. und V. hispida L., sämtlich im Mittelmeer-gebiet heimisch, als vorübergehend eingeschleppte Pflanzen beobachtet. Vgl. auch die Gattungen Asperula(pag. 199) und Galium (pag. 208).
Unsere heimischen Rubiaceen gehören sämtlich der Tribus Galieae an. Es sind ausschliesslich krautigePflanzen mit meist vierkantigem Stengel und gegenständigen, eiförmigen bis linealen Laubblättern; zwischen ihnenstehen beiderseits 1 bis 4 diesen völlig gleichgestaltete Nebenblätter, so dass scheinbar 4 bis 10 quirlständige Laub-blätter vorhanden sind. Die wirklichen Laubblätter sind daran zu erkennen, dass in ihren Achseln die Zweige ent-springen. Im nachfolgenden werden beide, Laub- und Nebenblätter, der Kürze halber als Laubblätter bezeichnet werden.
Die meisten unserer einheimischen Galium- und Asperula-Arten enthalten in den Wurzeln einenFarbstoff, der namentlich früher zum Färben von Garn, Wolle etc. verwendet wurde. Galium MoIIugo wirdnoch heute in Russland, Asperula tinctoria in Skandinavien auf diese Weise benutzt. Ueber Rubia vgl. pag. 231.
1. Kelchblätter deutlich entwickelt, 6, am Grunde verwachsen. Blüten lila. Sherardia DCXCVII.1*. Kelchblätter undeutlich, oft nur einen schmalen Saum oder kleine Zähnchen darstellend . . 2.
2. Kronröhre deutlich, mindestens so lang wie die Kronzipfel (Taf. 247, Fig. 3 a und 5 a).....
Asperula DCXCVIII.2*. Blumenkrone radförmig mit sehr kurzer Röhre (Taf. 249, Fig. 3a und 6a)....... 3.
3. Frucht trocken. Blumenkrone 4-, selten 3-spaltig, weiss, gelb oder rot . . Galium DCXCIX.3*. Frucht beerenartig, saftig. Blumenkrone meist 5-spaltig (Fig. 124b), gelb . . . Rubia DCC.
DCXCVII. Sherardia 1 ) L. Ackerröte.
208. Sherardia arvensis L. Ackerröte. Franz.: Rubeole des champs; engl.: Field-
madder. Taf. 247, Fig. 1 und Fig. 110 h.
Die Gattung Sherardia umfasst nur die folgende Art.
Einjähriges Kraut mit fädlicher, rötlich gefärbter Wurzel. Stengel am Grunde meistästig, niederliegend oder aufsteigend, 5 bis 30 cm hoch, vierkantig, + rauhhaarig. UntereLaubblätter zu 4 quirlig, verkehrt-eiförmig, obere zu 5 bis 6 quirlig, lanzettlich oderlänglich, spitz, alle einnervig, unterseits am Mittelnerv sowie am Rande borstig gewimpert,sonst kahl oder oberseits mit einzelnen Borsten besetzt. Blüten in wenigblütigen, kopf-förmigen, endständigen Trugdolden, von einer 8- bis 10-blätterigen, am Grunde ver-wachsenen, sternförmigen, die Blüten etwas überragenden Hülle umgeben. Kelchzähneklein, dreieckig-lanzettlich, grün. Blumenkrone 4 bis 5 mm lang, trichterig mit langerRöhre und vierzipfeligem Saum (Taf. 247, Fig. 1 a), hell-lila, selten weiss (f. albiflöra
') Nach dem Botaniker William Sherard, geb. zu Bushby in England 1659, gest. 1728.