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Geest und im Moor noch häufig, nach Osten zu seltener und in Ostpreussen nur in den Kreisen Orteisburg,Wehlau und Fischhausen. In Oesterreich in Schlesien, Mähren und Böhmen ziemlich verbreitet, im Gebieteder Eibniederung aber fehlend; in Ober- und Niederösterreich nur nördlich der Donau, aber nicht in Steier-mark. In der Schweiz besonders im Jura und auf der Hochebene; im Wallis, im Tessin, in Graubünden undin Schaffhausen ganz fehlend.
Allgemeine Verbreitung: West- und Mittel-Europa bis Oberitalien, Polen undLittauen, nördlich bis zum Drontheimer Fjord (63° 45' nördl. Breite)
143. Pedicularis Sudetica Willd. Sudeten-Läusekraut. Fig. 69g und h.
Ausdauernd, 10 bis 25 cm hoch. Wurzelstock walzlich, knotig, schief, abgebissen.Stengel einzeln, aufrecht oder aufsteigend, unter der Aehre flaumig, sonst kahl, meistblattlos. Grundständige Laubblätter langgestielt, fiederspaltig mit fiederlappigen, amRande oft zurückgerollten Abschnitten, kahl. Blüten in endständiger, dichter Aehre. Dieunteren Tragblätter gross, blattartig, lanzettlich, fiederspaltig, die mittleren 3-spaltig, die obereneinfach, ganzrandig oder gesägt. Kelch röhrig, flaumig bis wollig, 5-spaltig mit gesägtenoder gekerbten Zähnen (Fig. 69h). Blumenkrone bis 20 mm lang, fleischrot bis purpurn;die Röhre fast doppelt so lang als der Kelch. Oberlippe fast sichelig gekrümmt, nachvorn in einen sehr kurzen dreieckigen, an den Ecken in 1 bis 2 Zähne auslaufenden, ab-gestutzten Schnabel vorgezogen; Unterlippe kahl mit buchtig gezähnten Zipfeln. Staub-fäden kahl. Kapsel doppelt so lang als der Kelch, langschief zugespitzt. — VI bis VIII.
An quelligen Stellen und in Hochmooren; nurim Riesengebirge (1000 bis 1500 m), in Schlesien amkleinen Teich und in der kleinen Schneegrube, in Böhmenauf der Weissen Wiese, Eibwiese, auf dem Brunnberg,bei der Wiesenbaude, Hampelbaude und Pudelbaude.Allgemeine Verbreitung: Sudeten, ark-tisches Russland, Sibirien, arktisches Nordamerika, Hoch-gebirge von Arizona und Kolorado (?).
Pedicularis Sudetica gehört mit Rubus Chamaemorus undSaxifraga nivalis zu jenen arktischen Arten, die in Mitteleuropa einzigauf den Sudeten vorkommen.
144. Pedicularis comösa L. Schopf-Läusekraut.
Fig. 70.
Ausdauernd, 10 bis 50 cm hoch. Wurzelstock kurz,mit verdickten Wurzelfasern besetzt. Stengel aufrecht,einfach, hohl, kurz kraus behaart, reichlich beblättert. Laub-blätter gestielt, flaumig, im Umriss lanzettlich, doppelt-fiederteilig mit gezähnten Fiederchen. Blüten in end-ständiger, verlängerter, dichter Aehre. Die unteren Trag-blätter den Stengelblättern gleichgestaltet, länger als dieBlüten, die mittleren und oberen 3-spaltig oder lineal-lanzettlich, an der Spitze blattartig verbreitert und ge-zähnt. Kelch glockig, deutlich 5-rippig, an den Kantenflaumig, kurz 5 - zähnig mit breiten, stumpfen Zähnen(Fig. 70b). Blumenkrone bis 25 mm lang, gelblichweissbis zitronengelb; die Röhre doppelt so lang als der Kelch.
Fig. 70. Pedicularis comosa L. a Habitus( z /s natürl. Grösse), b Blute.