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An trockenen, buschigen Abhängen, Waldrändern, an steinigen Stellen, seltener aufWiesen. Stellenweise bis in die Voralpentäler verbreitet.
In Deutschland in Süd- und Mitteldeutschland verbreitet, in den Alpentälern aber fehlend; auchin Norddeutschland bis an die Grenze des anstehenden Gesteins ziemlich verbreitet, aber auch noch bei Lüne-burg, Bergen, im südöstlichen Teile von Schleswig-Holstein, im Heidegebiet von Mecklenburg; in Ost- undWestpreussen sehr zerstreut. In Oesterreich in Böhmen im wärmeren Hügelland Nordböhmens, in Mährenim südlichen und mittleren Landesteile. In Niederösterreich ziemlich verbreitet, in Oberösterreich südlich derDonau, stellenweise bis in die Alpentäler. In Kärnten nur in der Drauebene, in Steiermark bei Brunnsee nächstMureck, in Tirol nur im Süden; in Krain ziemlich verbreitet. In der Schweiz verbreitet um Genf, auf dernordschweizer. Hochebene besonders im westlichen Teile; sehr selten im Wallis; in den Urkantonen sowiein Luzern, Graubünden und Appenzell ganz fehlend.
Allgem ein e Ve rbr eitung: Ganz Europa mit Ausnahme des äussersten Nordensund Südens, Nordasien.
Tritt in den folgenden Rassen auf: subsp. cristätum Ronniger. Pflanze sparrig verzweigt, mit bogigaufsteigenden, blütentragenden Aesten. Stengelinternodien kurz, zahlreich (5 bis 12); zwischen dem oberstenAstpaar und dem endständigen Blütenstand mehrere (meist 4 bis 5) Paare von Interkalarblättern eingeschaltet.Talform (Verbreitet). — Hieher ferner: f. pallidum Tausch mit bleichen Tragblättern und gelber Blumen-krone (Zerstreut, besonders in Schlesien, ferner in Böhmen, Mähren und Niederösterreich). — subsp. Ronnigeri')(Poev.) Ronniger. Pflanze sparrig verzweigt, mit kurzen, schräg nach aufwärts gerichteten, blütentragenden Aesten.Internodien am Stengel kurz (5 bis 7). Kotyledonen zur Blütezeit abgefallen. Interkalarblattpaare fehlend odernur eines. Montikole Rasse. Unter Gebüsch. In Deutschland in der Rheinprovinz, in der Pfalz und Bayern,in Oesterreich in Niederösterreich und Krain, in der Schweiz zerstreut. — subsp. solstitiäle Ronniger.Pflanze unverzweigt oder mit 1 bis 2 kurzen und meist sterilen Astpaaren. Stengelinternodien 3 bis 5, gestreckt.Kotyledonen zur Blütezeit stets noch vorhanden. Interkalarblätter fehlend. Aestivale Rasse. Auf Wiesen,bisher wenig beobachtet. In Deutschland bei Köchert nächst St. Gilla bei Regensburg und bei Friedrichs-heim. In Oesterreich im Wiener Walde und im südlichen Wiener Becken. In der Schweiz auf demChaumont, bei Zofingen, Eglisau, Diessenhofen.
87. Melampyrum arvense L. Acker-Wachtelweizen. Franz.: Ble de vache, blerouge, rougeole, queue de renard, fleur de chair; engl.: Cow-wheat; ital.: coda di volpe.
Taf. 241, Fig. 2.
Zu Dubweizen (Gotha), Katerweizen (Eifel), Chueweiza (Schweiz), Erd-, Ackerweiza(Schwab. Alb) vgl. Melampyrum pratense (pag. 79), zu (rote, unechte) Klaffa (Schwab. Alb), Chlaffe(n)(Schweiz), rute Kloffan (Riesengebirge), rother Klapf (Kärnten) vgl. Alectorolophus. Die VolksnamenKatzenzal [= -schwänz] (Henneberg), Fuchsschwanz (Eifel) beziehen sich auf die Form des Blütenstandes.Blau-, Blözulker (Nordböhmen), Blabling (Niederösterreich) mögen daher rühren, dass die Samen diesesGetreideunkrautes, wenn sie in grösserer Menge im Mehl vorkommen, dieses bläulich färben. Tscherninkl,Tschirninkl (Nordböhmen) sind slavischen Ursprungs.
Einjährig, 15 bis 50 cm hoch. Stengel aufrecht, kurzflaumig, meist ästig. Laub-blätter lanzettlich, lang zugespitzt, mit verschmälertem Grunde sitzend, ganzrandig oderdie obersten an der Basis gezähnt, oberseits fast kahl, unterseits kurzhaarig-rauh. Blütenin dichten, kegelförmigen, allseitswendigen Aehren. Tragblätter flach, nicht längsgefaltet,aufrecht abstehend, eilanzettlich, tief grannig eingeschnitten gezähnt (Taf. 241, Fig. 2 a),mit ganzrandiger Spitze, meist hellrot, unterseits durch nektarabsondernde Schüppchenschwärzlich punktiert. Kelch kurzhaarig-flaumig, mit schmalen, borstlichen Zähnen, so langwie die Kronröhre. Blumenkrone 20 bis 25 mm lang, mit gerader Röhre und geschlossenemSchlund, aussen dicht kurzflaumig, meist purpurn mit einem gelben oder weisslichen Ringunter den Lippen, selten bleichgelb. Kapsel verkehrt-eiförmig, 1 cm lang. — VI bis VIII.
Verbreitet auf Aeckern, in Feldern, unter der Saat, auf Brachen, in Weinbergenseltener an buschigen, sonnigen Stellen; von der Ebene bis in die Voralpentäler (Südtirolbis 1400 m, Wallis bis 1560 m).
') Nach K. Ronniger in Wien, dem Monographen der schweizerischen Melampyrum-Arten.