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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Eine Form mit grösseren Blüten und breitlanzettlichen, dunkelgrünen Blättern ist f. chlorae f ölia(Willd.) Oborny (Mähren).

Allgemeine Verbreitung: Oesterreich-Ungarn, nördliche Balkanhalbinsel,Südrussland.

Die bisher beschriebenen Arten gehören zur Sektion Linariästrum DC. mit in endständigenTrauben stehenden Blüten und mit lanzettlichen bis linealen, sitzenden Blättern.

25. Linaria Cymbaläria') L. (= Cymbalaria murälis G. M. Seh., = Antirrhinum Cym-balaria L., = Cymbalaria Cymbalaria Wettst). Zymbelkraut. Franz.: Cymbalaire, lierredes murailles; engl.: Ivy-leaved toad-flax; ital.: Cembalaja, erba-piatella, scotonello.

Taf. 236, Fig. 1 und Fig. 15.

Wegen der schlaff herunterhängenden Stengel heisst die Pflanze Judenbart (Niederösterreich,Steiermark, Kärnten), nach dem Standort auf (Kirchen-) Mauern Chil e(n)-Mürli (Aargau).

Einjährig. Stengel fädlich, niedergestreckt, kriechend und einwurzelnd, kahl.Laubblätter wechselständig, langgestielt, im Umriss herznierenförmig, handförmig fünf- bissiebenlappig, mit eiförmigen oder halbkreisförmigen, bespitzten Lappen, kahl, dunkelgrün, unter-seits oft violett. Blüten langgestielt, einzeln in den Blattachseln. Kelch fünfteilig, mitlanzettlichen Zipfeln. Blumenkrone ohne Sporn 6 bis 8 mm lang, hellviolett mit hellgelbemGaumen (Taf. 236, Fig. la). Oberlippe zweispaltig, flach; Sporn kurzkegelig, stumpf,2 mm lang. Kapsel länger als der Kelch, kugelig. Samen eiförmig, mit welligen Quer-leisten (Taf. 236, Fig. lb und lc). VI bis IX.

Aus Südeuropa stammende Zierpflanze, die an alten Mauern, an Bachufern, Weg-rändern, Brückenpfeilern, auf Gerolle etc. vielfach verwildert und vielerorts vollkommeneingebürgert ist (im Gauertal in Vorarlberg noch bei 1400 m). Wirklich wild im Gebietevielleicht in Krain.

Allgemeine Verbreitung: Ganz Südeuropa, Nordafrika, Westasien.

Die Fruchtstiele dieser Art sind ausgesprochen negativ heliotropisch, d. h. sie wenden sich vomLichte ab. Diese Eigenschaft kommt der Pflanze beim Ausstreuen des Samen zugute, indem die Fruchtstielesich vom Lichte ab gegen die Mauer oder selbst in Mauerritzen wenden und dort dann die Samen ausstreuen.

Linaria Cymbalaria ge-hört mit der eingangs (pag. 21)erwähnten Linaria pilosa in dieauch als eigene Gattung ange-sehene Sektion CymbalariaKoch mit fädlichem, einwurzeln-dem Stengel, gestielten hand-nervigen Blättern und einzeln inden Blattachseln stehenden Blüten.

Von Bastarden ausder Gattung Linaria ist bishernur Linaria M onspess ulanaX L. vulgaris (= L. grandi-flöra Godr., = L. ochroleücaBreb., = L. sepium Allmann) beiWildenstein im Elsass, im Hafenvon Mannheim und bei Freiburg inder Schweiz, ferner L. Italica xL. vulgaris (= L. oligotrfchaBorb.) bei Mannheim und in Süd-tirol beobachtet worden. Fig I5 Linaria cymbalaria L., im Garten kultiviert. Phot. Dr.G.Hegi.

>) Vom lat. cymba = Kahn, Becken; angeblich wegen des in der Mitte vertieften Blattes. Nameeiner Pflanze mit kahnförmigen Blättern, wahrscheinlich Arten der Gattung Cotyledon.