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22. Linaria Itälica Trev. (= L. angustifölia Rchb.). Italienisches Leinkraut. Fig. 13.
Ausdauernd. Wurzelstock walzlich, kriechend. Stengelaufrecht, 15 bis 45 cm hoch, meist oben ziemlich reichästig,ganz kahl. Laubblätter wechselständig, dicht stehend, lineal-lanzettlich, flach, spitz, einnervig, ganzrandig, kahl. Blütenin ziemlich dichten, verlängerten Trauben. Blütenstiele etwaso lang wie der Kelch, gleich der Traubenspindel kahl. Kelchfünfteilig, mit eilanzettlichen, stumpfen, schmal randhäutigenZipfeln. Blumenkrone ohne Sporn 8 mm lang, lebhaft hellgelbmit orangegelbem Gaumen. Kapsel eikugelig, länger als derKelch (Fig. 13b). Same flach, flügelig umrandet (Fig. 13c). —VII, VIII.
An sonnigen, steinigen Abhängen, buschigen Stellen;nur in der Schweiz im Wallis im Rhonetal und seinen Seiten-tälern, bis 1700 m, sowie in Südtirol im Vintschgau, umBozen, St. Michael, Trient, Miola di Pine. Fehlt in Deutsch-land gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Ganz Südeuropa.
23. Linaria vulgaris Miller (= Antirrhinum Linaria L.,
= Linaria Linaria Wettst.). Gemeines Leinkraut. Franz.:
Lin sauvage; engl.: Common Toad-flax; ital.: Cordiali, linajola,
tentennino. Taf. 235, Fig. 4 und Fig. 12 c.
Da die Blätter der Pflanze denen des Flachses (Lein = Linumusitatissimum) gleichen, so heisst sie Leinkraut (Büchername), WilleFlas (Göttingen), Fraun-, Jumpfernflachs (Nordböhmen). Die meistenVolksbenennungen dagegen beziehen sich auf die rachenähnliche Blütenform(vgl. das verwandte Antirrhinum!): Löwenmaul (in den verschiedenenmundartlichen Formen in vielen Gegenden!), Löwerache (Gotha), Leuä-
rächli (St. Gallen), L eb'n ge seh e rl (Niederösterreich), L e u es chnö rrli (Schweiz), einfache (im Gegen-satz zu Antirrhinum) Hasenmäuler (Unterfranken), Hase[n]mül ele (Elsass), -müli (Aargau), Frosch-mäul er (Unterfranken), Frosch gescherl (Niederösterreich), Frosch e[n]mülele (Elsass), -mul (Thurgau),Dr achenmul (Unterfranken); M äultas ch er 1, Maul äff [= „Maulauf"] (Niederösterreich). Klockblöm(Norderney) und Mo d a [r] gott es d ef f Hin [= Muttergottespantöffelchen, vgl. Lotus corniculatus] (Baden)werden sich wohl auch auf die Blutenform beziehen. Der Volksglaube rechnet ferner unsere Pflanze zu den„Beschrerkräutern" (Berufkräutern), wie man sie den kleinen Kindern gegen das „Berufen" von Seiten derHexen usw. in die Wiege oder ins Badwasser legt: B es ch rei kr äu tig (Gotha), Abnehmkraut [gegen das
„Abnehmen" der kleinen Kinder] (Elsass), Bett-stroh [vgl. Galium verum und Thymus serpyllum!]%,\ <Ä"ilS8 33 ^*%Js" ^ (Nahegebiet), Hexakraut (Schwab. Alb), Schrat-
telkraut (Steiermark), Wildes Teufelskraut(Böhmerwald).
Ausdauernd. W'urzelstock walzlich,kriechend. Stengel einfach oder meist nuram Grunde ästig, in der Regel aufrecht,20 bis 40 (60) cm hoch, kahl, dicht be-blättert. Laubblätter lineal-lanzettlich bislineal, am Rande etwas umgerollt, einnervigmit oberseits etwas eingedrücktem Mittel-nerv, spitz, ganzrandig, kahl. Blüten in
Fig. 13. Linaria Italica Trev.
a Habitus (r/2 natürl. Grösse), b Frucht
mit Kelch, c Same.
Fig. 14. Antirrhinum maiusL. Links eine normale Blüte (vonvorn), rechts zwei Pelorien.