r
19
Tafel 235.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Linaria Cymbalaria (pag. 27).
„ la. Längsschnitt durch die Blüte.
„ 1 b. Same von oben.
„ 1 c. Same von der Seite.
„ 2. Kickxia spuria (pag. 28).
„ 2a. Blüte.
„ 2b. Same.
„ 3. Linaria alpina (pag. 21).
,, 3 a. Same.
„ 3b. Fruchtknoten im Querschnitt.
,, 4. Linaria vulgaris (pag. 25).
Fig. 4 a. Blüte im Längsschnitt.
„ 4 b. Staubblatt.
„ 4 c. Same von der Fläche.
„ 4 d. Same von der Kante.
„ 5. Chaenorrhinum minus (pag. 29).
„ 5 a. Blüte von der Seite.
„ 5 b. Blüte von unten.
„ 5 c. Blüte im Längsschnitt.
„ 5d. Same.
„ 6. Linaria genistifolia (pag. 26).
,, 6 a. Same.
Ausser dem unten genannten A. maius wird auch A. Asan'na 1 ) L., aus Nordafrika und der Pyrenäen-halbi'isel, an dem kriechenden Stengel und den langgestielten, nierenförmigen Blättern leicht kenntlich, ab undzu als Zierpflanze gezogen und kommt in Sachsen (Oybin bei Zittau, Hainewalde, Kemnitz bei Bernstadt) undin der Schweiz verwildert vor. Ferner wurde A. calycinum Sol. aus Syrien im Hafen von Mannheim ein-geschleppt beobachtet.
1. Kelchblätter viel kürzer als die Blumenkrone. Blüten die Tragblätter weit überragend.
A. maius nr. 14.1*. Kelchblätter fast so lang bis länger als die Blumenkrone. Tragblätter länger als die Blüten.
A. Orontium nr. 15.
14. Antirrhinum maius L. Grosses Löwenmaul. Franz.: Gueule de Hon, gueulede loup, mufle de veau; ital: Bocca di leone, erba strega. Taf. 236, Fig. 1 und Fig. 14-
Die stattliche Pflanze verdankt fast alle ihre Volksnamen der rachenförmigen Gestalt ihrer Blüte (vgl.Linaria vulgaris pag. 25): Lö w enmaul, -m äulchen (in der jeweiligen Mundartform wohl im ganzen deutschenSprachgebiet), Löwenrachen (Nahegebiet, Gotha), Leuerache, -rächeli, -schnorra, -schnörrli,-läff, -zahn (Schweiz), Lebngöscherl (Niederösterreich), Lö w engos cherl (Steiermark), Wolfskopf(Niederösterreich), Wolf s sehn örrli (St. Gallen), Hasemeilche (Nahegebiet), Hase(n)mülele (Elsass),Hasemul, Fröschemüli, -schnörrli (Schweiz: Thurgau), Drachäschnö rrli (St. Gallen): Maulobbe(Nahegebiet), Maulauferl, -afferl (Oberösterreich, Altbayern), Mulufer, -uferle (Aargau), Maulsperr(Eitel), Jappup (Schleswig), F otzmäul er (Oberösterreich), F ressgo scherl (Niederösterreich), S chnabele,auf — Schnäbele 7.u (Kärnten: Glantal), Schnurra, Schnapper (St. Gallen).
Ausdauernd. Wurzel ästig. Stengel aufrecht oder am Grunde bogig aufsteigend,20 bis 70 cm hoch, am Grunde mitunter verholzend, unten kahl, oben drüsenhaarig. Laub-blätter wechselständig, lanzettlich, in den sehr kurzen Stiel verschmälert, spitz, ganzrandig,kahl. Blüten sehr kurz gestielt, in endständiger, allseitswendiger, tragblätteriger Traube.Tragblätter eilanzettlich, viel kürzer als die Blüten. Kelch drüsenhaarig. Kelchzähne ei-förmig, ungefähr 5 mm lang, viel kürzer als die Blumenkrone. Blumenkrone 2 bis 3 cmlang, mit weiter Röhre, purpurn mit heller bis weisser Röhre, seltener weiss oder rosenrot,mit gelbem Gaumen. Kapsel schief eiförmig (Taf. 236, Fig. 1 c), 12 bis 17 mm lang.— VI bis IX.
An heissen Felsen, Mauern; im Gebiete wild vielleicht nur in Südtirol, aber all-gemein in Gärten kultiviert und im ganzen Gebiete vielfach an alten Schlössern und inderen Nähe, an Mauern und dgl. verwildert und vielerorts eingebürgert.
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa, Syrien, Nordafrika.
4 ) Wegen der Aehnlichkeit der Blätter mit denen von Asarum; vgl. Bd. III, pag. 160.