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13. Verbascum Thäpsus 1 ) L. (= V. Schraderi 2 ) Meyer). Kleinblumige Königskerze.Franz.: Bouillon blanc; engl.: Great Mullein. Fig. 7 und 8.
Der hohe, aufrechte Wuchs der stattlichen Pflanze im Verein mit den gelbleuchtenden Blüten ver-anlasste folgende (auch für ähnliche Arten geltende) Benennungen: Königskerze (auch mundartlich), Fraua-kerza (Schwab. Alb), Himmelskerze (Allgäu), St alker z (Niederrhein), Himmelbrand (bayrisch-österreich).Auch mit dem Schwänze von Katze und Hammel wird der Blütenstand verglichen: Kattens teert (Schleswig),Kattenswans (nordwestl. Deutschland), grosser Hammelschwanz (Nassau), Nach der wolligen Beschaffen-heit der Blätter und des Stengels heisst die Pflanze auch: Wullich (Westfalen),,Wolle, Wollstange (Eifel), Wullabloma, -kerza (Schwäbische Alb), W ülle-bluem (Elsass), Wulle(n)-Bluem, -Blüemli, -Chrut (Schweiz). In manchenGegenden (besonders im südwestl. Deutschland) glaubt das Volk, dass das Abreissenund Nachhausetragen einer Königskerze ein Gewitter („Wetter") herbeiziehe, daherDonnerkerze (Aachener Land), Wetterkerza(Schwaben). In denselben Gegendengehört auch unsere Pflanze in den Kräuterbüschel (schwäb. die Sangen), der anMaria Himmelfahrt (15. August, dem grossen Frauentag, vgl. oben „Frauenkerza")in der Kirche geweiht wird. Im Puschlav (roman. Graubünden) heisst diese undandere Arten tasso, tasu (nach dem lat. thapsus; vgl. auch das ital. tasso), imEngadin cuas-besch und cua d'nuorsa.
Pflanze zweijährig. Wurzel spindelförmig, ästig. Stengel auf-recht, bis über 2m hoch, filzig, durch die herablaufenden Laubblättergeflügelt, einfach öder unter dem Blütenstand einzelne Aeste tragend.Blätter beiderseits gelblichweiss filzig, die unteren verkehrt-eiläng-lich, in den kurzen Stiel verschmälert, fein gekerbt, stumpf oderspitz, die mittleren und oberen länglich bis lanzettlich, spitz oder zu-gespitzt, mit am Stengel bis zum nächstunteren Blatte herablaufendemGrunde sitzend. Blüten zu 2 bis 5 gebüschelt, in verlängerter,dichter, einfacher Traube. Blütenstiele kürzer als der Kelch, gleichdiesem dicht filzig. Blumenkrone radförmig-trichterig, 12 bis 22 mmbreit, hellgelb. Staubblätter ungleich lang; die beiden längerenmit kurz herablaufenden Antheren, ihre Staubfäden kahl oderfast kahl (Fig. 7c), viermal so lang als der Staubbeutel, die dreikürzen mit nierenförmigen Antheren und dicht weisswolligen Staub-"^■SK^ÄES fäden. Narbe kopfig. Kapsel so lang wie der Kelch, 11 mm lang.
b Blüte, c Längeres Staubblatt. ___ VII J^is IX.
d, e Stengelhaare. , r tt • i
An sonnigen, steinigen Stellen, auf Heiden, in Holz-schlägen, in Sandgruben, auf Feldern, an Waldrändern, im Schotter der Flüsse; weit ver-breitet und häufig bis in die Voralpen (bis 1850 m).
Fehlt in Deutschland nur auf den ost- und westfriesischen Inseln und kommt im nördlichen Ost-preussen und stellenweise auch in W r estpreussen nur verschleppt vor. In Ostfiiesland und Oldenburg nurzerstreut; auch auf der nordfriesischen Insel Föhr. Im übrigen Gebiete verbreitet, ebenso in Oesterreich undin der Schweiz.
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa, England, südliches Skan-dinavien, Westasien.
Aendert fast gar nicht ab. Beobachtet wurde f. elongätum (Willd.) (= V. pallidum Nees) mitweissen oder gelblichweissen Blüten. •—■ Die Samen dieser Art werden in Livland, Spanien etc. zum Betäubender Fische benützt.
Bastarde sind in der Gattung Verbascum sehr häufig, und man kann dort, wo mehrere Artenuntereinander wachsen, mit ziemlicher Sicherheit darauf rechnen die eine oder andere Hybride anzutreffen.Die Bastarde des V. phoeniceum sind durch länger gestielte, rostrot gefärbte Blüten, die von V. Blattaria
Fig. 7L
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Verbascum Thapsus
') 'ddyyog [thäpsos] griechischer Pflanzenname.
2 ) Nach Heinrich Ad. Schrader, Professor der Botanik an der Universität Göttingen, gest. 1836,Verfasser einer Monographie der Gattung Verbascum.