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1 (1914) Anorganische Chemie
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Quecksilber und seine Salze.

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Metallen, ausgenommen das Eisen, bildet es Amalgame,die je nach der Menge Quecksilber fest oder flüssig sind.

Metallisches Quecksilber findet ausgedehnte Anwendungbei vielen physikalischen Instrumenten, Thermometern, Baro-metern u. a., zur Gewinnung von Silber und Gold (S. 107, 121),zur Bereitung von Salben, Pflastern.

Prüfung. Auf fremde Metalle, Sn, Sb (es sei inder Hitze flüchtig und in HN0 3 völlig löslieh.

Unguentum hydrargyri cinereum, Graue Queck-silbersalbe, enthält 33 l WI 0 metallisches Quecksilber.Wertbestimmung s. Bd. III.

Kolloidales Quecksilber, Hyrgol, erhält man durchReduktion von Mercuronitratlösung mit Stannonitrat alsein grauschwarzes, in Wasser mit brauner Farbe löslichesPulver.

Quecksilber bildet zwei Reihen von Verbindungen, dieMercuro- oder Oxydul Verbindungen, in denen es ein-wertig ist, und Mercuri- oder Oxydverbindungen, indenen es zweiwertig ist.

Quecksilberoxydul, Hg 2 0, Hydrargyrum oxydu-Iatum nigrum, entsteht durch Einwirkung von Alkalüaugeauf Mereurosalze.

2HgN0 3 -f- 2NaOH = Hg 3 0 + 2NaN0 3 + H 2 0.

Das früher offizineile Aqua phagedaenica nigrawurde dargestellt durch Anreiben von Kalomel mit Kalk-wasser und enthielt Quecksilberoxydul als wesentlichen Be-standteil :

2HgCl -f- Ca(OH) 2 = Hg 2 0 -

CaOL

-H a O.

In reinem Zustande bildet es ein schwarzes Pulver,das im Licht sich leicht zersetzt.

Quecksilberoxyd, HgO, existiert in zwei Modifikationen,einer roten, kristallinischen, und in einer gelben, amorphen,die beide offizinell sind.

Hydrargyrum oxydatura rubrum, Rotes Queck-silberoxyd, Mercurius praeoipitatus ruber, wirdam einfachsten dargestellt, indem man Quecksilber in heißerSalpetersäure löst und die Lösung bis zur Trockene ein-dampft. Den Rückstand vermischt man mit dem gleichen