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1 (1914) Anorganische Chemie
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Metalle.

in den letzten Jahrzehnten findet das von Jahr zu Jahrmehr und mehr vervollkommnete elektrolytische Verfahrenimmer mehr Anwendung. Die Kryolithsoda hat nament-lich für Nordamerika Bedeutung.

1. Nach Leblanc führt man Kochsalz mit Schwefel-säure in Flammöfen in Natriumsulfat über und glüht diesesbei 1000° mit Steinkohle und Calciumcarbonat; durch dieKohle wird das Natriumsulfat zu Sulfid reduziert, das sichdann mit der Kreide zu Soda und Calciumsulfid umsetzt.

2NaCl -L- H 2 S0 4 = Na 2 S0 4 + 2 HCl.Na 2 S0 4 + 20 = Na 2 S -f- 2C0 2 .Na 2 S + CaC0 3 = Na 2 C0 3 -f CaS.Das Ende des Prozesses erkennt man an dem Auftretender blauen Kohlenoxydflammen, der sog. Kerzen:

CaC0 3 -f- C = CaO -f 2 CO.

Die Eohsoda wird mit kaltem Wasser (mit heißemWasser entsteht Ätznatron, s. S. 65) ausgelaugt und dieLauge zur Trockene verdampft; der Rückstand wird ge-glüht und liefert so die kalzinierte Soda des Handels.Durch Wiederauflösen in Wasser und Kristallisieren erhältman die Rohsoda, Natrium carbonicum crudum, aus derman durch wiederholtes Umkristallisieren das Reinproduktgewinnt.

Als Nebenprodukte erhält man Salzsäure (S. 8) undSchwefelcalcium CaS. Aus letzterem, das früher vielfachnicht weiter benutzt werden konnte, gewinnt man jetztSchwefel sog. regenerierter Schwefel nach Chance-Claus, S. 19 und Natriumthiosulfat, vgl. S. 71.

2. Solvay benutzt als Ausgangsmaterial Kochsalz,Ammoniak und Kreide. Kreide geglüht liefert Calcium-oxyd, CaO, und Kohlendioxyd C0 2 . Kohlendioxyd undAmmoniak liefern beim Einleiten in Kochsalzlösung Am-moniumchlorid und Natriumbicarbonat, welch letzteres beimGlühen Soda neben Kohlendioxyd und Wasser liefert; dieseProzesse verlaufen nach den Gleichungen:

I. CaCOg = CaO + C0 2 .II. NaCl -f C0 2 + NH 3 + H 2 0 = NH 4 C1 + NaHC0 3 .III. 2NaHC0 3 = Na 2 C0 3 -f C0 2 -f- H 2 0.