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1 (1914) Anorganische Chemie
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Metalloide.

Bor.

Bor findet sich namentlich in Italien als freie BorsäureH 3 B0 3 (Sassolin), und in Form von Salzen, von denendie wichtigsten sind Borax, Tinkal, Na 2 B 4 0 7 -|- 10H a O(Indien, Persien), Boracit 2 Mg 3 B 8 0 1B + MgCl a , Borocalcit,CaB 4 0 7 + 4H a O (Staßfurt).

Heiße Wasserdämpfe (Eumarolen, soffioni), die Borsäureenthalten, 'entströmen in einigen Gegenden Italiens (Tos-kana) dem Erdboden. Man läßt sie in flachen Becken(lagoni) sich kondensieren, konzentriert die Lösung durchEindampfen in Bleipfannen und erhält so die rohe Bor-säure. In Staßfurt gewinnt man Borsäure aus Boracit undBorocalcit mit Salzsäure: CaB 4 0 7 -)- 2HC1 -|- 5H 2 0 =4H 3 B0 3 -f~ CaCl 2 . Aus reinem Borax stellt man die reineSäure dar, indem man eine heiße Lösung desselben mitSalpetersäure oder Salzsäure versetzt und die nach demErkalten abgeschiedenen Kristalle von Borsäure absaugt,mit Wasser wiederholt wäscht und durch Umkristallisierenaus Wasser reinigt.

Na 2 B 4 0 7 -4-Na 9 B,0,

2HN0 3 -+ 2HC1-

- 2NaN0 3 .= 4H 3 B0 3 -f 2NaCl.

Bei 100° gibt ein Molekül Borsäure ein Molekül Wasserab und geht über in die Metaborsäure HB0 2 ; erhitzt mandiese auf 140°, so geht sie unter nochmaliger Wasserabgabeüber in die Pyroborsäure H 2 B 4 0 7 :

4HB0 2 H 2 0 = H 2 B 4 0 7 .

Von dieser Pyroborsäure leiten sich die meisten bor-sauren Salze, so z. B. auch der Borax, ab.

Acidum boricum, Borsäure bildet farblose,schuppenförmige, fettig anzufühlende Kristalle, diesich langsam in 25 Teilen kaltem, schneller in 3 Teilensiedendem Wasser, in 15 Teilen Weingeist, wie auchin Glyzerin lösen. Beim Erhitzen bläht sich Borsäurestark auf und schmilzt zu einer nach dem Erkaltenglasartigen Masse, B 2 0 3 . Die wässerige Lösung von