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Aehre fast immer locker, mit zahlreichen weissen oder gelblich- bis grünlichweissen,schwach (nach Wachs) duftenden Blüten (die letztern durchschnittlich etwas grösser als beinr. 713). Tragblätter eiförmig-lanzettlich bis lanzettlich, meist stumpf, kürzer bis länger(besonders die untern) als die Blüten. Perigonblätter breiter als bei nr. 713; die seitlichenäusseren lanzettlich-eiförmig, fast 3-eckig, abstehend, die seitlichen inneren kürzer (weniglänger als das kurze, abgestutzte Säulchen) und schmäler als die äusseren, linealisch-lanzettlich,spitzlich, mit dem mittleren äusseren fast helmartig zusammenneigend. Lippe fast linealisch,ungeteilt, nach der grünen Spitze zu wenig verschmälert, stumpf, gewöhnlich hell-grünlich-gelb. Sporn fadenförmig, 23 bis 43 mm lang, nach der Spitze zu keulenförmig verdickt,ca. 1 l J2 mal bis über doppelt so lang als der gedrehte (am Grunde wie bei nr. 713 zuweilenstielartig verschmälert), hellgrüne Fruchtknoten. Staubbeutelhälften nach unten auseinander-tretend (Fig. 439 b), meist bogenförmig gekrümmt, durch ein breites und oben ausgerandetesMittelband getrennt. Narbenhöhle schmal berandet. fast halbmondförmig. — V bis VII.
Zerstreut in Laub- und Nadelwäldern, auf Waldwiesen, in Gebüschen; vereinzeltbis in die Gebirge (bis gegen 1800 m). Fast überall viel seltener als nr. 713 und stellen-weise gänzlich fehlend.
AI 1 g e m e i n e Ve rbreitung: Mittel- und Südeuropa (nördlich bis Mittel-Skandinavien),Kaukasusländer, Sibirien.
P. chlorantha ist in der Tracht und in der ßlütenfarbe in ähnlicher Weise wie nr. 713 veränderlich.—Die grösseren, grünen, jedoch nicht oder doch nur schwach duftenden Blüten werden gleichfalls durch Nacht-falter bestäubt. Die Pollenmassen, deren Stielchen mit den Klebdrüsen durch ein trommeiförmiges Füsschenverbunden sind, setzen sich, da die Klebdrüsen an dem Sporneingang tiefer stehen, auf den Augen der Falterfest (Knuth). — Von Bastarden sind nur wenige mit Sicherheit erkannt worden, so besonders: P. bifoliaRchb. X P. chlorantha Rchb. (= P. hybrida Brügger). Staubbeutelhälften nicht parallel, nach untenauf die doppelte bis dreifache Breite auseinander tretend. Sporn schwach keulenförmig, grünlich (Hie und da).Vgl. auch Gymnadenia Chodati pag. 371.
CXCIII. Epipäctis 1 ) Adans. Sumpfwurz. Ital.: Elleborina.
Grundachse kurz, walzlich, mit langen, dicken Fasern. Stengel zerstreut beblättert.Laubblätter ziemlich breit, längsnervig. Blüten ziemlich gross, + herabhängend, in einereinseitswendigen, ziemlich lockeren Traube. Perigonblätter glockenförmig-abstehend. Lippein der Mitte eingeschnürt, zweiteilig, quer 2-gliederig (Taf. 68, Fig. 1 und 2, Fig. 440 b, 442 c,44/k), ohne Sporn, das hintere Glied derb, fleischig, schüsseiförmig vertieft, stumpf- bisrechtwinkelig zu dem kurzen Säulchen stehend, das vordere breiter, am Grunde mit 2 Schwielen,beweglich oder unbeweglich. Pollenmassen ohne Stielchen, körnig. Narbe fast quadratisch, breitberandet, meist mit einem kurzen, in einen kugelförmigen Klebkörper endigendenSchnäbelchen.
Die Gattung umfasst ca. 10 Arten, die in der nördlich gemässigten Zone verbreitet sind. Der vordereTeil der Lippe, der die übrigen Perigonblätter überragt und bei nr. 718 elastisch beweglich ist, dient alsAnflug- und Halteplatz für die besuchenden Insekten. Das hintere Glied stellt einen Napf dar, welchersich mit Honig füllt. Die Klebdrüse besitzt eine weiche, elastische Kappe, welche innen klebrig ist und sichdurch einen von unten und innen gegen sie ausgeübten Druck leicht abheben lässt. Die Blüten werdenvon Bienen, Wespen, Fliegen, Grabwespen befruchtet. Bei einzelnen Formen tritt fast regelmässig Selbst-bestäubung ein.
1. Das vordere Glied der Lippe beweglich, abbrechend, rundlich, stumpf, durch einen tiefen Einschnittvon dem beiderseits geöhrten hinteren getrennt (Taf. 68, Fig. 1, Fig. 447k) . . . . E. palustris nr. 718.
1.* Das vordere Glied der Lippe unbeweglich, kurz zugespitzt, dem hinteren breit aufsitzend<Taf. 60, Fig. 2).................................2
') Bei Theophrast Name einer dem i/./.tßogog [helleboros] = Veratrum ähnlichen Pflanze; wegender Aehnlichkeit der Blätter beider Arten.