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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Tafel 71.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Orchis Mono. Habitus. 2. Orchis ustulatus. Habitus.

Fig. 3. Orchis coriophorus. Habitus. 4. Orchis purpureus. Habitus.

7 bis 16 (25) dunkler oder heller violetten, grüngeaderten (seltener rosaroten oder gelblich-weiss bis ganz weiss), angenehm (besonders bei dunkeln Blüten) nach Goldlack duftendenBlüten. Tragblätter etwa so lang wie der Fruchtknoten, meist 3- (selten 5- bis 9- oder 1-)nervig. Perigonblätter mit Ausnahme der Lippe zu einem kurzen, stumpfen Helme zu-sammenneigend (zuweilen die seitlichen Perigonblätter etwas abstehend oder zuletzt einwenig zurückgebogen). Lippe breiter als lang, meist violettpurpurn mit dunkleren Flecken(seltener unpunktiert), am Grunde weiss, gewöhnlich dreilappig (Taf. 69, Fig. 7), seltenungeteilt, 10 bis 15 mm breit. Seitenlappen breit, abgerundet. Mittellappen meist etwaslänger, ausgerandet oder auch zweilappig, fast immer konvex. Sporn zylindrisch-keulen-förmig, etwas aufsteigend, stets kürzer als der Fruchtknoten, etwa so lang oder etwaslänger als die Lippe. Säulchen kurz mit stumpfem Fortsatz. Ende IV bis Anfang VII(zuweilen nochmals im Herbst blühend).

Häufig und oft gesellig auf trockenen, sonnigen Wiesen, an buschigen Hügeln,auf alten Holzschlägen, in lichten Wäldern; von der Ebene bis in die Voralpen (vereinzeltbis 1600 m: Churfirsten in der Schweiz). Gern auf Sand- und Lehmboden.

Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Südskandinavien),Kaukasusländer, Kleinasien, Sibirien.

O. Morio, ein Vertreter der mitteleuropäischen Waldflora, blüht von allen unsern Orchideen am frühesten.Abgesehen von der Blütenfarbe (f. incarnätus Lindinger. Blüten fleischfarben, f. albiflörus Lindinger.Blüten weiss, f. albicans Lindinger. Lippe weisslich mit verwaschenen, roten Flecken oder rein weiss. DieseFormen erwiesen sich in der Kultur 4 Jahre hindurch konstant), der Grösse (f. robustior Chenevard. Pflanzen30 bis 35 cm. Unterste Tragblätter oft 7- bis 9-nervig, die obersten undeutlich 5-nervig. Blütenähre bis25-blütig) und verschiedenen monströsen Bildungen (Blüten mit 2 gespornten Lippen oder vergrösserten Perigon-blättern. Blütenstand gabelig-geteilt etc.) variiert diese Art ziemlich wenig. Als Unterart gehört hieher:O. pictus Loisel. (== O. Mörio L. subsp. pictus Aschers, et Graebner). Pflanze gewöhnlich in allen Teilenkleiner (selten bis 40 [vereinzelt bis 70] cm hoch) und zarter. Blütenstand arm- (meist nicht über 7-) blutig.Blüten kleiner, etwa halb so gross als bei O. Morio, nur 6 bis 8 mm lang (selten weisslich-rosarot). Lippekürzer. Sporn gewöhnlich stärker gebogen, oft keulenförmig, so lang oder kaum kürzer als der Fruchtknoten,selten fehlend (f. ecalcarätus Murr). Steigt aus dem Mittelmeergebiet vereinzelt in die südalpinen Tälerhinauf (bis 1200 m), so im Tessin und Südtirol (aufwärts bis Sterzing), auch am Genfersee (bis Allaman).In annähernden Formen in Oberösterreich und in Baden (Karlsruhe) beobachtet. Eine nahe stehende Formstellt auch O. Morio L. var. Caucäsicus K. Koch dar. Pflanze zarter und kleiner als beim Typus, in derTracht dem O. pictus ähnlich, aber Sporn höchstens 7 mm lang (Bei Rositten in Ostpreussen beobachtet).

682. Orchis COriÖphorus 1 ) L. (= O. cimicinus Crantz). Wanzen-Knabenkraut.Ital.: Cimiciattola. Taf. 71, Fig. 3, und Taf. 69, Fig. 9.

Ausdauernd, 15 bis 30 (40) cm hoch. Knollen ungeteilt, meist kugelig. Stengel stiel-rund oder schwach kantig, hellgrün, fast bis zur Spitze beblättert, am Grunde mit kurzenScheidenblättern. Laubblätter lineal-lanzettlich, 4 bis 8 (10) mm breit, spitz, etwas rinnig,bläulichgrün, die unteren aufrecht, einander genähert, die oberen klein, stengelumfassend.Aehre zylindrisch, bis 7 cm lang, mit zahlreichen, unangenehm (nach Wanzen) riechendenBlüten. Tragblätter linealisch, häutig, weisslich mit grüngefärbten Nerven, etwa so lang

') Gr. xögig (köris) = Wanze und cpt'ofa (phero) = trage; die Pflanze besitzt einen typischen Wanzengeruch.

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