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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Fig. 207. a Tntravaginaler, b extravaginaler

Seitentrieb, h Halm, seh Scheide, .s Seiten-

rieb b, h Muttettrieb (nach Stehler und

vSchrö t e r).

in der Arktis (Carex nardina Fries, C. pedata L., C. discolor Nyl., C. rufina Drej. etc.) wie in der alpinen Regiongehören die Carices zu den Pionieren der Phanerogamen-Vegetation. Für die Bestimmung ist ausser den Blüten

(Narbe und Fruchtschlauch 1) die Bestockung von wesentlicher BedeutungAehnlich wie bei den Süssgräsern lassen sich bei den horstbildenden CaricesFormen mit umscheideten (intravaginale) und solche mit durchbrechenden(extravaginale) Trieben unterscheiden. Bei der ersteren Form (Fig. 207 a)bleibt der Seitenspross innerhalb der Scheide, ist dem Muttertriebfest angedrückt und wächst innerhalb der Scheide nach oben, währendbei der zweiten Form der Seitenspross die Scheide an der Basis durch-bricht (Fig. 207 b). Zur sichern Bestimmung sind auch die Querschnittedurch Stengel und Blatt von grossem Vorteil. Aus diesem Grunde sind beiallen Arten Querschnittfiguren durch den Stengel beigegeben worden.Die gelbe Farbe gibt das Hartgewebe (Sklerenchym), die grüne dasAssimilationsgewebe an; das Markgevvebe ist blau oder grau gehalten.Ueber die Blattanatomie vgl. Spinner, Henri. L'Anatomie foliairedes Carex suisses, Neuchätel 1903. Mitteil, aus dem botan. Musetimder Universität Zürich XVII. Nach der Anordnung der Scheinährchenlassen sich die Carices in drei Abteilungen gruppieren: 1. Mono-stächyae oder einährige Seggen. Scheinähren einzeln, endständig.2. Homostächyae oder gleichährige Seggen. Viele gleichwertigeScheinähren mit männlichen und weiblichen Blüten in einem ährigen oderrispigen Gesamtblütenstand und 3. H e t er o s t ä c h y a e oder verschieden-ährige Seggen. Mehrere eingeschlechtige Scheinähren zu ährigen odertraubigen Gesamtblütenständen vereinigt. Die endständigen Aehren meist nur männliche, die seitenständigen meistnur weibliche Blüten enthaltend. Daneben kommen noch zahlreiche namentlich bei den HeterostachyaeAbänderungen und Zwischentormen vor.

Die Seggen machen bei uns den Hauptbestandteil der Rietwiesen und Flachmoore mit stauender Nässeund luftarmem Boden, sowie dersauren Wiesen" (Nasswies-Rieder, Madidetum-Rieder) aus. Hier treten sie sehr oftin reinen oder gemischten Beständen auf. Daneben erscheinen sie aber auch im Humus der Wälder, auf trockenen,sandigen Heideböden, auf Alpentriften, Wildheuplanggen, auf Gletschermoränen, Felsschutt, Bachalluvionen derAlpen etc. Als Futterpflanzen haben sie mit Ausnahme der auf fruchtbaren Flusswiesen vorkommendenC. vulpina wenig Wert; dagegen haben einige als Streuepllanze grössere Bedeutung (vgl. Bd. II, pag. 7).Einige Seggen sind sogar schädlich (Rinder bekommen Lecksucht und später Knochenbrüchigkeit).

Der analytische Bestimmungsschlüssel folgt am Schlüsse der Gattung. Einzelne Carex-Arten sind festfixiert und bilden keine oder doch nur wenige Formen und Bastarde; andere dagegen (vor allem aus derVulgaris- und Muricata-Gruppe) neigen sehr zur Variabilität.

Das Wort Segge ist ursprünglich niederdeutschund gehört wohl zur indogermanischen Wurzel sek =^schneiden (wegen der scharfen, schneidenden Blätterder meisten Carex-Arten 1), wozu z. B. auch latseeäre (= schneiden), secüris (= Beil) und das deutscheWort Sense (aus mittelhochdeutschsegense") zu stellen sind:Sigge (Ostfriesland), Sigg (Hannover: Hechthausen b. Stade),Segge (Oldenburg). In der bayrisch-oberpfälzischen Mund-art lautet das Wort: Saher (Böhmerwald, Egerland), Soga(Ostböhmen), Soher, Soherer (Egerland), G'se'igros [?](Egerland); Saacher, Soacher (Tirol). Das Wort L i e s ch(althochdeutsch lisca) findet sich als ital. lisca (= Halm, Gräte)und franz. laiche ( Rietgras) im Romanischen: Liesch(Hessen; Kärnten : Gailtal), Lischögrosch (Krain: Gottschee),Lischägräser (Schweiz: Waldstätten). In Riedgras(mittelhochdeutsch riet = Schilfrohr) vgl. unter Phragmitescommunis (Bd. I, pag. 271): Reid (Westfalen: Reckling-hausen), Ree tgras (Lüneburger Heide), Ri c dgras (Böhmer-wald, Riesengebirge), R ie d (Niederösterreich), Riet (Schweiz :

Aargau). Von den scharfen, schneidenden Blättern und

° ' Fig. .OS. \ erlandung durch Carex stneta am Lutzelsee

Stengeln der meisten Arten rühren Benennungen her wie: (Kt. Zürich). Phot. Dr. Waldvogel.