Kapsikum (Capsicum annuum).
(Die reifen Samenkapseln nebst dem Samen gepulvert undmit Weingeiste, im Verhältnisse von 20 Gran des Pulverszu 400 Tropfen Weingeiste, ohne Wärme, binnen einerWoche, unter täglich zweimaligem Umschütteln zur Tinkturausgezogen, wovon dann zwanzig Tropfen einenGran Kapsikum- Kraft enthalten.)
An den beiden Indien, wo der spanische Pfeffer(Piper indicum , s, hispanicmri) , wie man ihn nennt,einheimisch ist, ward er gröfstentheils blbfs als Ge-würz angewendet, welches man in England, Frank-reich und Italien nachahmte, bis er zuletzt auch inDeutschland als Gewürz zu Tütsch-Brühen (Sauden)für den Hochgeschmack leckerer Tafeln eingeführtward (wofür man auch oft den gepulverten Samendes noch schärfern Capsicum baccatum, Cayenne-pepper nahm), um den Gaumen zu widernatürlichstarker Efslust zu reizen und so — die Gesundheitzu untergraben.
Vom arzneilichen Gebrauche dieser heftigen Sub-stanz hörte man indefs wenig. Blofs Bergius (Mat.med, S. 147.) versichert, mehre alte Wechselüebcr.mit drei zweigranigen Gaben Kapsikum geheilt zuhaben, doch auch nicht mit ihm allein; denn die alteErbsünde des bisherigen Arztthums, die Mischgier-de verleitete auch ihn, Lorbeeren dazu zu setzen im
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