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4 (1825)
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nichts entschlüpfe, sondern dafs auch das Wahrge-nommene so richtig verstanden werde, als es wirk-lich ist.

Diese Fähigkeit, genau zu beobachten, ist wohlnie ganz angeerbt; sie mufs gröfstentheils durch Ue-bung erlangt, durch Läuterung und Berichtigung derSinne, das ist, durch strenge Kritik unsrer schnellgefafsten Ansichten der Aussendinge vervollkommnet,und die dabei nöthige Kälte, Ruhe und Festigkeitim Urtheile mufs unter steter Aufsicht eines Miß-trauens in unsre Fassungskraft gehalten werden.

Die hohe Wichtigkeit dieses unsers Gegenstandesmufs Leib und Seele auf die Beobachtung hinrichtenund eine vielfach geübte Geduld, von Kraft desWillens gestützt, mufs uns in dieser Richtung biszur Vollendung der Beobachtung erhalten.

Uns zu dieser Fähigkeit zu erziehen , dient Ver-trautheit mit den besten Schriften der Griechen undRömer, um die Geradheit im Denken und Empfin-den , so wie die Angemessenheit und reine Einfach-heit im Ausdrucke unsrer Empfindungen zu erlangen;es dient hierzu die nachahmende Zeichenkunst, wel-che unser Auge, und somit auch die übrigen Sinne,schärft und übt, die Gegenstände wahr aufzufassen,und das sinnlich Aufgefafste richtig und rein undohne Zusatz der Phantasie darstellen lehrt, so wiedie Mathematik uns die nöthige Strenge im Urtheileverschafft.

So ausgerüstet wird der ärztliche Beobachterseinen Zweck nicht verfehlen, besonders wenn ihmzugleich die erhabne Würde seiner Bestimmung —als Stellvertreter des allgütigen Vaters und Erhalters,seinen lieben Menschen in schaffender Erneuung ihresdurch Krankheit zerrütteten Daseyns zu dienen —unablässig vor Augen schwebt. Er weifs, dafs Be-